Psychiatrische Aspekte von Tics

D. Cath (2015)

Tijdschrift voor psychiatrie 57(2), 143-147

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Tics, deren schwerste Form das Gilles-de-la-Tourette-Syndrom (GTS) ist, gehören zu den hyperkinetischen Bewegungsstörungen. Die extremsten Formen dieser Bewegungsstörungen sind häufig durch psychiatrische Komorbidität gekennzeichnet. ZIEL: Der Artikel soll den Leser mit den psychiatrischen Aspekten von Tics und der Rolle von Komorbiditäten bei Patienten mit Zwangsstörungen und ADHS, die ebenfalls unter Tics leiden, vertraut machen. METHODE: Neuere Erkenntnisse zu den psychiatrischen Aspekten des GTS werden beschrieben. ERGEBNISSE: Tics beim GTS weisen aufgrund ihrer relativen Unberechenbarkeit, ihrer Unterdrückbarkeit und ihrer Reaktion auf Umweltreize ausgeprägte psychologische Merkmale auf. Daher ist die Verhaltenstherapie zur Behandlung von Tics – nicht aber zur Behandlung anderer Bewegungsstörungen – ebenso wirksam wie dopaminerge Medikamente. Psychiatrische Komorbidität (die bei bis zu 65 % der klinischen Populationen mit GTS auftritt) spielt eine entscheidende Rolle im Verlauf der Tic-Störung. Insbesondere werden Patienten mit ADHS und Zwangsstörungen, die zusätzlich unter Tics leiden, aufgrund ihrer ADHS- oder Zwangsstörung häufiger in psychiatrische Ambulanzen überwiesen als aufgrund ihrer Tics. FAZIT: Das Tourette-Syndrom gehört aufgrund der psychologischen Aspekte der Tics, der Behandlungsmöglichkeiten mit Verhaltenstherapie und der entscheidenden Rolle von Komorbiditäten im Krankheitsverlauf in den Bereich der Psychiatrie.

Kategorien: Medikamente, Psychotherapie, Therapie

Schlagwörter: ADHS, Komorbidität, Verhaltenstherapie, Hyperaktivität

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