Häufigkeit struktureller Hirnanomalien bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Nour-Mohammad Bakhshani, Samaneh Babaei, Mahvash Raghibi (2014)

Global journal of health science 6(1), 69-75

Zusammenfassung

Obwohl ADHS als Kinderkrankheit bekannt ist, tritt sie auch häufig bei Erwachsenen auf. Zahlreiche Studien untersuchten die Ätiologie dieser Störung sowie ihre neurobiologischen und neuroanatomischen Manifestationen bei Kindern, doch das Wissen über ADHS im Erwachsenenalter ist noch unzureichend. Die vorliegende Studie untersuchte daher die strukturellen Hirnanomalien bei Erwachsenen mit ADHS. Fünfzehn erwachsene Patienten, bei denen ADHS in der Kindheit diagnostiziert worden war, wurden für diese Studie ausgewählt. Neben einem klinischen Interview und einer Magnetresonanztomographie (MRT) füllten alle Teilnehmer den ASRS-VI.I-Fragebogen aus. Die Ergebnisse zeigten, dass etwa 40 % der Erwachsenen mit ADHS strukturelle Hirnanomalien aufweisen. Die MRT-Untersuchung ergab, dass alle Personen mit unaufmerksamem und kombiniertem ADHS-Typ strukturelle Schäden aufwiesen, während bei hyperaktiven Teilnehmern keine strukturellen Hirnanomalien festgestellt wurden. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie stimmen weitgehend mit den Ergebnissen früherer Studien überein. Generell kann jede Hirnverletzung in Regionen, die mit kognitiven Prozessen (wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Prävention) sowie mit motorischen Funktionen und Motivation in Verbindung stehen, zur Entstehung von ADHS-Symptomen beitragen. Zukünftig werden weitere Studien mit größeren Stichproben und anderen Methoden empfohlen, die die Hirnleistung sowie den Spiegel und die Wirkungsweise von Neurotransmittern und neuronalen Modulatoren erfassen können.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, ADHS bei Kindern, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS, ADHS im Erwachsenenalter, Kinder, Erwachsene, Diagnostik, Hyperaktivität, MRT, Geschlecht, Neuropsychologie

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