ADHS-Symptome stehen mit chronischer Schmerzbeeinträchtigung in Zusammenhang: Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie
Patrick C. M. Brown, Sarah W. Feldstein Ewing & Anna C. Wilson (2025)
Child: Care, Health and Development 51(1), e70016
Zusammenfassung
Hintergrund: Trotz eines bekannten Zusammenhangs zwischen ADHS und chronischen Schmerzen wurde die Beziehung zwischen ADHS-Symptomen und schmerzbedingter Beeinträchtigung bislang nicht prospektiv untersucht. Methoden: Junge Erwachsene wurden nach einer Opioidverschreibung in ambulanten chirurgischen Einrichtungen, Praxen oder Notaufnahmen für eine größere Studie rekrutiert. Sie beantworteten zu Beginn und sechs Monate später Fragebögen zu ADHS-Symptomen, Depression, Schmerzkatastrophisieren, belastenden Kindheitserfahrungen und Schmerzbeeinträchtigung. Mittels logistischer Regression wurde der Zusammenhang mit mäßiger bis schwerer Schmerzbeeinträchtigung nach sechs Monaten untersucht. Ergebnisse: 116 Personen füllten die ADHS-Erhebung zu Beginn aus, 71 nahmen nach sechs Monaten teil. Mäßige bis schwere Schmerzbeeinträchtigung lag anfangs bei 89,7 % und nach sechs Monaten bei 52,3 % vor. ADHS-Symptome, Depression und Schmerzkatastrophisieren waren zunächst signifikant mit dem Risiko verbunden; im multivariablen Modell blieben ADHS-Symptome und Schmerzkatastrophisieren signifikante Prädiktoren. Schlussfolgerungen: Stärkere ADHS-Symptome gingen mit einem höheren Risiko chronischer Schmerzbeeinträchtigung einher. Künftige Forschung sollte angepasste Präventions- und Behandlungsansätze untersuchen.
Kategorien: ADHS Allgemein, ADHS bei Erwachsenen
Schlagwörter: ADHS im Erwachsenenalter, Erwachsene, Komorbidität, Risikofaktoren, Längsschnittstudie
