Eine erneute Untersuchung des Risikos eines Wechsels von unipolarer zu bipolarer schwerer depressiver Störung bei Jugendlichen mit ADHS: eine prospektive, longitudinale, kontrollierte Langzeitstudie

Joseph Biederman, Janet Wozniak, Laura Tarko, Giulia Serra, Mariely Hernandez, Katie McDermott, K. Woodsworth, Mai Uchida, Stephen Faraone (2014)

Journal of Affective Disorders 152-154, 347-351

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Jüngste Studien haben subklinische Formen der bipolaren Störung Typ I (BP-I) und Defizite in der Emotionsregulation als Risikofaktoren für bipolare Störungen bei Jugendlichen identifiziert. Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob emotionale Dysregulation und subklinische Formen der BP-I das Risiko für einen Wechsel der bipolaren Störung bei Jugendlichen mit ADHS und nicht-bipolarer Major Depression (MDD) erhöhen. METHODEN: Wir nutzten Daten aus zwei großen kontrollierten Längsschnittstudien mit Jungen und Mädchen mit und ohne ADHS. Die Probanden (N = 522) wurden prospektiv und verblindet über einen durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 11,4 Jahren untersucht. Verglichen wurden Jugendliche mit ADHS und unipolarer Major Depression (MDD), bei denen es im Verlauf der Nachbeobachtung zu einem Wechsel der bipolaren Störung Typ I kam (N = 24), mit solchen, bei denen dies nicht der Fall war (N = 79). ERGEBNISSE: Die Konversionsrate zu einer Bipolar-I-Störung im Follow-up war bei MDD-Patienten mit subklinischer Bipolar-I-Störung zu Studienbeginn höher als bei Patienten ohne diese Störung (57 % vs. 21 %; OR = 9,57, 95 %-KI = 1,62–56,56, p = 0,013) sowie bei MDD-Patienten mit Defiziten in der emotionalen Selbstregulation (OR = 3,54, 95 %-KI = 1,08–11,60, p = 0,037). EINSCHRÄNKUNGEN: Da die Stichprobe überwiegend kaukasisch war, sind die Ergebnisse möglicherweise nicht auf Minderheitengruppen übertragbar. Die Stichprobe von Jugendlichen mit emotionalen Störungen war klein, was die statistische Aussagekraft einiger Analysen einschränkte. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Der Übergang von einer unipolaren MDD zu einer Bipolar-I-Störung bei Kindern mit ADHS und MDD wurde durch subklinische Symptome einer Bipolar-I-Störung zu Studienbeginn und Defizite in der emotionalen Selbstregulation zu Studienbeginn vorhergesagt. Es bedarf weiterer Untersuchungen, um festzustellen, ob diese Risikofaktoren auch außerhalb des Kontextes von ADHS wirksam sind.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, ADHS bei Kindern, Affektive Störungen

Schlagwörter: ADHS, ADHS im Erwachsenenalter, ADHS bei Kindern, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Hyperaktivität, Depression, Geschlecht, Emotionen

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