Abnorme Entwicklung der funktionellen Konnektivität zwischen ruhezustandsbezogenen funktionellen Netzwerken bei medikationsnaiven ADHS-Kindern
Jeewook Choi, Bumseok Jeong, Sang Lee, Hyo-Jin Go (2013)
PloS one 8(12), e83516
Zusammenfassung
ZIELSETZUNG: Ziel dieser Studie war die Untersuchung der beeinträchtigten Entwicklung der funktionellen Konnektivität zwischen ruhezustandsbezogenen funktionellen Netzwerken (RSFNs) bei medikationsnaiven Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). PROBANDEN UND METHODEN: Mithilfe von unabhängiger Komponentenanalyse und dualer Regression wurden individuelle Zeitverläufe von 12 RSFNs aus den Daten von 20 medikationsnaiven Kindern mit ADHS und 20 alters- und geschlechtsgleichen Kontrollkindern mit typischer Entwicklung (TDC) extrahiert. Sowohl partielle Korrelationskoeffizienten zwischen den 12 RSFNs als auch ein Ruhezustands-Ressourcenallokationsindex (rsRAI) des Salienznetzwerks (SN) wurden in eine multiple lineare Regressionsanalyse einbezogen, um die altersbedingte Beeinträchtigung bei medikationsnaiven ADHS-Kindern zu untersuchen. Abschließend wurden Korrelationsanalysen zwischen den beeinträchtigten RSFN-Verbindungen mit signifikanter Gruppen-Alters-Interaktion und dem rsRAI des SN bzw. klinischen Variablen durchgeführt. ERGEBNISSE: Bei medikamentennaiven ADHS-Patienten zeigte sich kein altersbedingter Anstieg der funktionellen Konnektivität, weder im rsRAI des Substantia nigra (SN) noch in zwei Verbindungen des systolischen funktionellen Netzwerks (RSFN): SN-Sensorik/Motorik und posteriores Default-Mode-Netzwerk/Precuneus-Netzwerk (pDMN/prec) – anteriores Default-Mode-Netzwerk (DMN). Eine geringere SN-Sensorik/Motorik-Konnektivität korrelierte mit höheren Werten auf der ADHS-Bewertungsskala und mit schlechten Werten im kontinuierlichen Leistungstest. Die pDMN/prec-aDMN-Konnektivität korrelierte positiv mit dem rsRAI des SN. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei medikamentennaiven ADHS-Patienten die Reifung der beiden funktionellen Verbindungen SN-Sensorik/Motorik und aDMN-pDMN/prec verzögert sein könnte. Interventionen, die die funktionelle Konnektivität dieser beiden Verbindungen verbessern, könnten als potenzielle therapeutische oder präventive Optionen sowohl bei ADHS als auch bei typisch entwickelten Kindern (TDC) Beachtung verdienen.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik, Medikamente
Schlagwörter: ADHS, ADHS bei Kindern, Kinder, Jugendliche, Hyperaktivität, MRT, Geschlecht
