Prognostizierte Effektstärke der Lisdexamfetamin-Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei europäischen Erwachsenen: Schätzungen basierend auf einer indirekten Analyse mittels systematischer Übersichtsarbeit und Meta-Regressionsanalyse
M. Fridman, P. Hodgkins, J. Kahle, M. Erder (2015)
European psychiatry : the journal of the Association of European Psychiatrists 30(4), 521-7
Zusammenfassung
HINTERGRUND: In Europa stehen nur wenige zugelassene Therapien für Erwachsene mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zur Verfügung. Lisdexamfetamin (LDX) ist eine wirksame Behandlungsmethode für ADHS; allerdings wurden bisher keine klinischen Studien zur Wirksamkeit von LDX speziell bei europäischen Erwachsenen durchgeführt. Um die Wirksamkeit von LDX bei europäischen Erwachsenen abzuschätzen, führten wir daher eine Meta-Regression bestehender klinischer Daten durch. METHODEN: In einer systematischen Übersichtsarbeit wurden randomisierte Wirksamkeitsstudien zu LDX, Atomoxetin (ATX) oder Methylphenidat mit osmotischer Freisetzung (OROS-MPH) in den USA und Europa bei Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen identifiziert. Anschließend wurde ein Meta-Regressionsmodell an die publizierten/berechneten Effektstärken (Cohens d) angepasst, wobei Medikament, geografischer Standort und Altersgruppe als Prädiktoren dienten. Die Effektstärke von LDX bei europäischen Erwachsenen wurde aus dem angepassten Modell extrapoliert. Sensitivitätsanalysen umfassten die Verwendung von Studien ausschließlich mit Erwachsenen sowie die Hinzunahme von Studien mit Placebo-Designs, die vom Standard-Tabletten-Placebo-Design abwichen. ERGEBNISSE: 22 der 2832 identifizierten Artikel erfüllten die Einschlusskriterien. Die modellbasierte Schätzung der Effektstärke von LDX bei europäischen Erwachsenen betrug 1,070 (95%-Konfidenzintervall: 0,738–1,401) und lag damit über dem Schwellenwert von 0,8 für große Effektstärken. Die Gesamtmodellgüte war zufriedenstellend (80 %) und in den Sensitivitätsanalysen stabil. SCHLUSSFOLGERUNG: Dieses Modell sagt voraus, dass LDX bei europäischen Erwachsenen mit ADHS eine große Behandlungseffektstärke aufweisen könnte.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Medikamente, Therapie
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Methylphenidat, Atomoxetin, Lisdexamfetamin, Amphetamin, Stimulanzien, Hyperaktivität, Metaanalyse, Geschlecht
