Geschlechtsunterschiede in der Wirksamkeit der ADHS-Medikation: Behandlungsergebnisse von Frauen im Vergleich zu Männern

Davoud Amiri, Lamberto Briziarelli, Enrico Tempesta (2025)

Middle East Current Psychiatry 32(1), 22

Zusammenfassung

Hintergrund: ADHS zeigt sich bei den Geschlechtern unterschiedlich. Frauen werden wegen stärker internalisierender Symptome wie Unaufmerksamkeit, Emotionsdysregulation und Angst häufig unterdiagnostiziert, Männer zeigen eher externalisierendes Verhalten wie Hyperaktivität und Impulsivität und werden früher und häufiger diagnostiziert. Diese Unterschiede beeinflussen Wirksamkeit und Adhärenz der Behandlung. Ziel: Die narrative Übersicht untersucht geschlechtsbezogene Unterschiede in der Medikationswirksamkeit und die dabei bedeutsamen hormonellen, biologischen, neurophysiologischen und soziokulturellen Faktoren. Methode: Synthese von 35 Studien, darunter randomisierte kontrollierte Studien, Beobachtungs- und Längsschnittstudien, systematische Übersichten, Bildgebungsanalysen und qualitative Daten, mit Schwerpunkt auf Wirksamkeit, Adhärenz, Nebenwirkungen und Langzeitverlauf. Ergebnisse: Hormonelle Schwankungen bei Frauen, etwa des Östrogenspiegels, beeinflussen Symptomschwere und Medikationswirkung. Es gibt Hinweise, dass Frauen stärker von Nicht-Stimulanzien wie Atomoxetin profitieren, während Stimulanzien bei Jungen deutlichere Verbesserungen externalisierender Verhaltensweisen bewirken. Schlussfolgerung: Die Unterrepräsentation von Frauen in der ADHS-Forschung verzerrt die aktuellen Behandlungsleitlinien; nötig sind geschlechtsinklusive Studien und personalisierte Behandlungsansätze. Einschränkend handelt es sich um eine narrative Übersicht ohne systematische Suchstrategie.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Medikamente

Schlagwörter: Pharmakotherapie, Geschlecht, ADHS im Erwachsenenalter, Atomoxetin, Wirksamkeit, Medikamente

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