Integrative Literaturübersicht: Die Auswirkungen der ADHS über die Lebensspanne von Frauen
Kati Krebs, Roslyn Donnellan-Fernandez (2025)
BMC Women's Health 25(1), 593
Zusammenfassung
Hintergrund: ADHS und begleitende Komorbiditäten werden bei Frauen schlecht erkannt und häufig spät oder falsch diagnostiziert, mit deutlich negativen Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden von Mädchen und Frauen über die gesamte Lebensspanne. Ziel: Die Übersicht fasst vorhandene Studien zu den Auswirkungen von ADHS und ihren Komorbiditäten sowie zu den Folgen verzögerter und fehlerhafter Diagnosen zusammen, mit Schwerpunkt auf kritischen Lebensphasen wie Adoleszenz, Perinatal- und Postnatalzeit sowie (Peri-)Menopause, und identifiziert evidenzbasierte Strategien für Diagnostik, Behandlung und Unterstützung. Methode: Integrative Übersicht nach dem Rahmenmodell von Whittemore und Knafl, Suche in Embase, CINAHL, PubMed, Medline, Scopus und Google Scholar (März bis April 2025), Bewertung mit MMAT und AGREE II. Ergebnisse: Eingeschlossen wurden zehn Studien (fünf qualitative, vier Kohorten, eine Mixed-Methods-Arbeit) und eine Leitlinie aus dem Zeitraum Januar 2023 bis April 2025. Fünf Themenfelder ergaben sich: späte Diagnose und frühe Komorbiditäten in Kindheit und Jugend, hormonelle Einflüsse und Komorbiditäten im Erwachsenenalter, Perinatalzeit, Menopause und späteres Leben sowie übergreifende Behandlungsfragen. Mädchen und Frauen mit ADHS erleben häufig eine verzögerte Diagnose mit erhöhtem Risiko für Angst, Depression und maladaptive Bewältigungsstrategien. Hormonelle Schwankungen verstärkten die Symptome besonders in Pubertät, Perinatalzeit und Menopause. Schlussfolgerung: Erforderlich sind mehr Wissen über geschlechtsspezifische Erscheinungsbilder, bessere Schulung der Behandelnden und individuell zugeschnittene Therapiestrategien.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Diagnostik, Komorbiditäten
Schlagwörter: ADHS im Erwachsenenalter, Geschlecht, Diagnostik, Komorbidität, Frauen, Lebensqualität
