Funktionelle MRT-Compliance bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
Sirel Karakas, Elvin Dogutepe Dincer, Arzu Ozkan Ceylan, Emre Tileylioglu, Hakki Karakas, E. Tali (2015)
Diagnostic and interventional radiology (Ankara, Turkey) 21(1), 85-92
Zusammenfassung
ZIEL: Ziel dieser Studie war es, den Effekt von Vorbereitungstraining und Orientierung vor der fMRT-Untersuchung bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu untersuchen und zu prüfen, ob die Mitarbeit bei der fMRT-Untersuchung durch Angstzustände beeinflusst wird. METHODEN: Die Studie umfasste 77 Jungen im Alter von 6 bis 12 Jahren; 53 Patienten bildeten die ADHS-Gruppe, 24 die gesunde Kontrollgruppe. Ausschlusskriterien waren neurologische und/oder psychiatrische Komorbiditäten (außer ADHS), die Einnahme von Psychopharmaka und ein Intelligenzquotient außerhalb des Normbereichs. Die Kinder absolvierten individuell ein Vorbereitungstraining und eine Orientierungsübung. Die Daten wurden mit einem 1,5-Tesla-Scanner und einer 8-Kanal-Kopfspule erfasst. Die funktionellen Scans wurden mithilfe einer standardisierten neurokognitiven Aufgabe durchgeführt. ERGEBNISSE: Die neurokognitive Aufgabe lieferte zuverlässige fMRT-Karten. Die Mitarbeit unterschied sich hinsichtlich Erfolgs-, Misserfolgs- und Wiederholungsraten der fMRT-Untersuchung nicht signifikant zwischen der ADHS- und der Kontrollgruppe. Auch die Mitarbeit von ADHS-Patienten mit extremen Angstzuständen unterschied sich nicht signifikant. ZUSAMMENFASSUNG: Die Kooperationsbereitschaft von Kindern mit ADHS bei fMRT-Untersuchungen ist typischerweise geringer als die von gesunden Kindern. Durch die Auseinandersetzung mit den technischen und verfahrenstechnischen Aspekten der fMRT, die Bereitstellung von Orientierungsprogrammen und ein gezieltes Training kann die Kooperationsbereitschaft jedoch auf das Niveau altersentsprechender gesunder Kontrollkinder gesteigert werden. Bei so trainierten Patienten korreliert die Kooperationsbereitschaft nicht mit dem Ausmaß der situativen Angst, was die Hypothese, dass Angst die Kooperationsbereitschaft bei fMRT-Untersuchungen beeinflusst, widerlegt.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Angststörungen
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Komorbidität, Hyperaktivität, Angst, MRT, Geschlecht
