Ergebnisse der integrierten Versorgung bei Verhaltensproblemen im Kindes- und Jugendalter: eine cluster-randomisierte Studie

David Kolko, John Campo, Amy Kilbourne, Jonathan Hart, Dara Sakolsky, Stephen Wisniewski (2014)

PEDIATRICS 133(4), e981-92

Zusammenfassung

ZIEL: Bewertung der Wirksamkeit der integrierten Versorgung von Verhaltensproblemen, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Angststörungen in der pädiatrischen Primärversorgung (Arztpraxis-basierte integrierte Versorgung; DOCC). METHODEN: Kinder und ihre Bezugspersonen aus acht pädiatrischen Praxen nahmen teil, die per Cluster-Randomisierung entweder der DOCC-Gruppe (n = 160) oder der erweiterten Standardversorgungsgruppe (EUC; n = 161) zugeteilt wurden. In der DOCC-Gruppe führte ein Fallmanager eine personalisierte, evidenzbasierte Intervention durch. Patienten der EUC-Gruppe erhielten Psychoedukation und eine vermittelte Überweisung zu einem Facharzt. Die Versorgungsprozesse wurden nach der sechsmonatigen Interventionsphase erfasst. Zu den Ergebnissen für die Familien gehörten die Vanderbilt ADHD Diagnostic Parent Rating Scale, der Parenting Stress Index-Short Form, die Individualized Goal Attainment Ratings und die Clinical Global Impression-Improvement Scale. Die meisten Messungen erfolgten zu Studienbeginn sowie nach sechs, zwölf und achtzehn Monaten. Die Ergebnisse für die Behandler wurden hinsichtlich der wahrgenommenen Behandlungsveränderung, der Wirksamkeit, der Hindernisse und des Praxisklimas untersucht. ERGEBNISSE: DOCC (im Vergleich zu EUC) war mit höheren Behandlungsbeginnraten (99,4 % vs. 54,2 %; p < 0,001) und Behandlungsabschlussraten (76,6 % vs. 11,6 %; p < 0,001), Verbesserungen bei Verhaltensproblemen, Hyperaktivität und internalisierenden Problemen (p < 0,05 bis 0,01) sowie elterlichem Stress (p < 0,05–0,001), Remission von Verhaltens- und internalisierenden Problemen (p < 0,01, 0,05), Zielerreichung (p < 0,05 bis 0,001), Behandlungserfolg (p < 0,05) und Patientenzufriedenheit (p < 0,05) verbunden. Kinderärzte, die DOCC praktizierten, berichteten über eine stärkere wahrgenommene Veränderung der Behandlungspraxis, höhere Wirksamkeit und einen besseren Einsatz ihrer Kompetenzen in der Behandlung von ADHS (p < 0,05 bis 0,01). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Implementierung einer kooperativen Versorgungsintervention für Verhaltensprobleme in ambulanten Kinderarztpraxen ist machbar und im Allgemeinen wirksam und unterstreicht den Nutzen integrierter verhaltensmedizinischer Versorgungsleistungen.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik, Therapie

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Diagnostik, Hyperaktivität, Angst, Geschlecht

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