Zusammenhang zwischen dem Schweregrad des genetischen Risikos und den klinischen Merkmalen von ADHS
Amelia Kotte, Stephen Faraone, Joseph Biederman (2013)
American journal of medical genetics. Part B, Neuropsychiatric genetics : the official publication of the International Society of Psychiatric Genetics 162B(7), 718-733
Zusammenfassung
Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der kumulativen Risikoschwere, die durch die Gesamtzahl der ADHS-Risikoallele der DAT1 3'UTR-VNTR, der DRD4 Exon 3-VNTR und des 5-HTTLPR bedingt ist, und ADHS-Merkmalen, klinischen Korrelaten sowie funktionellen Ergebnissen in einer pädiatrischen Stichprobe. Die Teilnehmer stammten aus Fall-Kontroll-Familienstudien mit Jungen und Mädchen mit ADHS-Diagnose, einer genetischen Kopplungsstudie mit Familien mit Kindern mit ADHS sowie einer Familiengenetikstudie zu bipolarer Störung im Kindes- und Jugendalter. In die Analyse wurden kaukasische Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mit und ohne ADHS und verfügbaren genetischen Daten eingeschlossen (N = 591). Der Zusammenhang der genetischen Risikoschwere mit soziodemografischen, klinischen, neuropsychologischen, emotionalen und Verhaltenskorrelaten wurde in der Gesamtstichprobe, in der Stichprobe mit ADHS und in der Stichprobe ohne ADHS untersucht. Ein höherer Schweregrad des genetischen Risikos war signifikant mit dem Vorliegen von Störungen des Sozialverhaltens in der Gesamtstichprobe und einer oppositionellen Trotzstörung bei Teilnehmern mit ADHS assoziiert. Ein höherer Schweregrad des genetischen Risikos war zudem mit dem Fehlen von Angststörungen, insbesondere von Agoraphobie im Kontext von ADHS, assoziiert. Darüber hinaus war ein ADHS-Symptom signifikant mit einem höheren Schweregrad des genetischen Risikos verbunden. Der Schweregrad des genetischen Risikos ist signifikant mit klinischen Merkmalen von ADHS und komorbiden Störungen assoziiert, wobei die Art dieser Assoziationen je nach ADHS-Typ (externalisierend vs. internalisierend) variieren kann.
Kategorien: Affektive Störungen, Diagnostik, Störung des Sozialverhaltens
Schlagwörter: ADHS, ADHS bei Kindern, Kinder, Diagnostik, Komorbidität, Hyperaktivität, Angst, Störung des Sozialverhaltens, Genetik, Geschlecht, Emotionen, Neuropsychologie
