Risiko einer nachfolgenden Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung bei Kindern mit Fieberkrämpfen
Yi-Chia Ku, Chih-Hsin Muo, Chin-Shein Ku, Chao-Huei Chen, Wen-Yuan Lee, Ein-Yiao Shen, Yen-Jung Chang, Chia-Hung Kao (2014)
Archives of Disease in Childhood 99(4), 322-326
Zusammenfassung
ZIELSETZUNG: In dieser Studie wurden relevante Daten aus einer landesweiten Kohortendatenbank ausgewertet, um das Risiko einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern mit Fieberkrämpfen in der Anamnese zu untersuchen. METHODEN: Wir identifizierten 1081 Kinder mit Fieberkrämpfen als Fallkohorte. Das Diagnosedatum diente als Indexdatum. Jedem Fall wurden vier Kontrollpersonen zufällig zugeordnet, basierend auf Alter, Geschlecht, Urbanisierungsgrad, Beruf der Eltern und Indexdatum. Mithilfe der Cox-Regressionsanalyse wurden die Hazard Ratio (HR) und das Konfidenzintervall (KI) für ADHS im Zusammenhang mit Fieberkrämpfen berechnet. ERGEBNISSE: Nach elf Jahren Nachbeobachtung betrug die Inzidenz von ADHS in der Fieberkrämpfe-Kohorte 7,83 und in der Kontrollkohorte 4,72 pro 1000 Personenjahre. Das Risiko für das Auftreten von ADHS war in der Fieberkrämpfe-Kohorte 1,66-mal höher (95%-KI: 1,27–2,18) als in der Kontrollkohorte. Das Risiko, an ADHS zu erkranken, stieg mit der Häufigkeit der Arztbesuche aufgrund von Fieberkrämpfen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Fieberkrämpfe können das Risiko für das spätere Auftreten von ADHS bei Kindern erhöhen. Kinder, die mehr als zweimal wegen Fieberkrämpfen einen Arzt aufsuchten, wiesen eine signifikant höhere kumulative ADHS-Inzidenz auf.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Diagnostik, Hyperaktivität, Epidemiologie, Geschlecht, Schule
