BAIAP2 zeigt einen Zusammenhang mit ADHS im Kindesalter, insbesondere mit dem überwiegend unaufmerksamen Subtyp bei chinesischen Han-Probanden.

Lu Liu, Li Sun, Ze-Hua Li, Hai-Mei Li, Li-Ping Wei, Yu-Feng Wang, Qiu-Jin Qian (2013)

Behavioral and brain functions : BBF 9, 48

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine häufige chronische neurologische Entwicklungsstörung mit hoher Erblichkeit. Zahlreiche Studien belegen eine Hemisphärenasymmetrie bei ADHS-Patienten, sowohl im Verhalten als auch auf elektrophysiologischer und morphologischer Ebene. Eine frühere Studie berichtete über einen möglichen Zusammenhang zwischen BAIAP2, das in den beiden Hirnhälften asymmetrisch exprimiert wird, und ADHS in der europäischen Bevölkerung. Die vorliegende Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen BAIAP2 und ADHS bei chinesischen Han-Probanden. METHODEN: Insgesamt wurden 1397 ADHS-Trios, bestehend aus einem ADHS-Patienten und dessen Eltern, in familienbasierte Assoziationsstudien eingeschlossen. Unabhängige ADHS-Fälle und 957 gesunde Kontrollpersonen wurden in Fall-Kontroll-Studien einbezogen. Die Diagnose erfolgte nach den DSM-IV-Kriterien. Neun Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs) von BAIAP2 wurden ausgewählt und für die familienbasierten und Fall-Kontroll-Assoziationsstudien genotypisiert. ERGEBNISSE: Transmission-Disequilibrium-Tests (TDTs) für familienbasierte Assoziationsstudien zeigten eine signifikante Assoziation zwischen dem CA-Haplotyp, bestehend aus rs3934492 und rs9901648, und dem vorwiegend unaufmerksamen Typ (ADHS-I). In der Fall-Kontroll-Studie lieferten Chi-Quadrat-Tests Hinweise auf den Beitrag der SNPs rs4969239, rs3934492 und rs4969385 zu ADHS und seinen beiden klinischen Subtypen, ADHS-I und ADHS-C. Allerdings blieben nur die Assoziationen für ADHS und ADHS-I nach Korrektur für multiples Testen bzw. nach logistischen Regressionsanalysen, die den potenziellen Störfaktor Geschlecht und Alter berücksichtigten, signifikant. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die oben genannten Ergebnisse deuten auf eine mögliche Beteiligung von BAIAP2 an der Ätiologie von ADHS, insbesondere von ADHS-I, hin.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, ADHS bei Kindern, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Diagnostik, Hyperaktivität, Genetik, Geschlecht

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