Prognostische Faktoren für die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei mit Atomoxetin behandelten Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, basierend auf einer gepoolten Analyse
Alonso Montoya, Deborah Quail, Ernie Anand, Esther Cardo, Jose Alda, Rodrigo Escobar (2014)
Attention deficit and hyperactivity disorders 6(1), 25-34
Zusammenfassung
Ziel dieser Studie ist es, prognostische Faktoren für das Ansprechen auf die Atomoxetin-Behandlung hinsichtlich der Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HR-QoL) zu identifizieren. Die HR-QoL wurde anhand der Domänen „Leistung“ und „Risikovermeidung“ des Child Health and Illness Profile – Child Edition Parent Report Form (CHIP-CE PRF) bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gemessen. Gepoolte Daten aus drei placebokontrollierten Studien und separate Daten aus drei offenen Studien mit Atomoxetin bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS wurden mittels logistischer Regression analysiert. Basierend auf einer Beeinträchtigung in den Domänen „Leistung“ und/oder „Risikovermeidung“ zu Studienbeginn (CHIP-CE PRF < 40 Punkte) wurden zwei Teilstichproben von Studienteilnehmern eingeschlossen. Der Behandlungserfolg wurde als Verbesserung um < 5 Punkte bzw. ≥ 5 Punkte in den CHIP-CE PRF-Domänen „Leistung“ und „Risikovermeidung“ kategorisiert. Die Daten von 190 bzw. 183 Probanden aus der gepoolten Stichprobe sowie von 422 bzw. 355 Probanden aus den offenen Studien wurden in die Analyse der Domänen „Leistung“ und „Risikovermeidung“ einbezogen. Die Ausgangswerte der CHIP-CE-Subdomänen erwiesen sich in beiden Domänen als die robustesten prognostischen Faktoren für den Behandlungserfolg. Diese Ergebnisse basieren auf den Daten der gepoolten Stichprobe doppelblinder Studien und der einzelnen offenen Studien (Odds Ratios [OR] 0,74–1,56, p < 0,05; OR < 1, was bedeutet, dass ein niedrigerer Ausgangswert mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für ein Ansprechen auf die Behandlung einhergeht). Ein initiales Ansprechen auf die Behandlung (≥ 25 % Reduktion der ADHS-Bewertungsskala-Werte in den ersten 4–6 Wochen) war ebenfalls ein robuster prognostischer Faktor (OR 2,99–6,19, p < 0,05). Eine Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu Beginn der Behandlung sowie ein anfängliches Ansprechen auf die Therapie können frühe prognostische Faktoren für den Behandlungserfolg mit Atomoxetin in Bezug auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS sein.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik, Medikamente
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Atomoxetin, Hyperaktivität, Lebensqualität, Geschlecht
