Pharmakogenetik als Grundlage für Entscheidungen in der psychiatrischen Behandlung von Jugendlichen: ein klinischer Fallbericht
Teri Smith, Susan Sharp, Ann Manzardo, Merlin Butler (2015)
International journal of molecular sciences 16(3), 4416-4428
Zusammenfassung
Fortschritte in der genetischen Diagnostik und den pharmakogenetischen Methoden werden zunehmend genutzt, um Kliniker in Bereichen wie Onkologie, Hämatologie, Diabetologie (Endokrinologie), Kardiologie und – mit zunehmender Ausweitung auf die Psychiatrie – zu informieren, indem die Einflüsse der Genetik auf die Wirksamkeit und den Metabolismus von Medikamenten untersucht werden. Wir präsentieren den Fall eines jugendlichen Mannes mit Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störung, der über mehrere Jahre hinweg zahlreiche Medikamente und Dosierungen zur Behandlung seiner Symptome nicht vertrug. Pharmakogenetische Tests und DNA-Analysen dieses Patienten verdeutlichten potenzielle Fallstricke bei der Medikamenteneinnahme aufgrund spezifischer pharmakodynamischer und pharmakokinetischer Unterschiede, insbesondere im Zusammenhang mit Polymorphismen von Genen des Cytochrom-P450-Enzymsystems. Zukünftige Studien und Berichte sind erforderlich, um den individualisierten Behandlungsansatz, der auf den spezifischen Genmustern der Patienten basiert, weiter zu verdeutlichen und zu bestimmen. Immer mehr Belege unterstützen diesen biologischen Ansatz als Standard in der psychiatrischen Versorgung.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Medikamente, Therapie
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Hyperaktivität, Angst, Autismus-Spektrum-Störung, Genetik, Geschlecht
