Die komplizierte Beziehung zwischen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und Substanzkonsumstörungen

Courtney Zulauf, Susan Sprich, Steven Safren, Timothy Wilens (2014)

Current psychiatry reports 16(3), 436

Zusammenfassung

Jugendliche und junge Erwachsene mit Substanzgebrauchsstörungen (SGS) und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) stellen sich zunehmend in der klinischen Praxis vor. Die Überschneidungen und die Rolle der Behandlung dieser komorbiden Störungen sind weiterhin unklar. Eine Literaturübersicht wurde durchgeführt, um aktuelle Erkenntnisse zu den Überschneidungen von ADHS und SGS, der Rolle von ADHS-Medikamenten bei der späteren Entwicklung von SGS sowie zur Behandlung von ADHS und SGS bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hervorzuheben und zu aktualisieren. Neuere Studien unterstreichen weiterhin das hohe Risiko für komorbide ADHS bei Patienten mit SGS und umgekehrt das hohe Risiko für die Entwicklung einer SGS bei ADHS im Laufe des Lebens, insbesondere im Kontext einer komorbiden Verhaltensstörung. Obwohl die Datenlage weiterhin uneinheitlich ist, scheint die medikamentöse Therapie von ADHS das Risiko für SGS nicht zu erhöhen. Eine alleinige medikamentöse Behandlung scheint bei der Behandlung von SGS bei aktuell substanzmissbrauchenden Personen mit ADHS nicht besonders wirksam zu sein. Strukturierte Therapien könnten sich bei der Behandlung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ADHS und SGS als wirksam erweisen. Weitere kontrollierte Studien, die die Abfolge und Wirkung strukturierter Psychotherapien und/oder einer medikamentösen Behandlung von ADHS auf den Rückfall bei Substanzgebrauchsstörungen in diesen Gruppen untersuchen, sind erforderlich.

Kategorien: Medikamente, Psychotherapie, Sucht

Schlagwörter: ADHS, Jugendliche, Erwachsene, Diagnostik, Komorbidität, Psychotherapie, Hyperaktivität, Depression, Störung des Sozialverhaltens, Sucht

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