ADHS und Sexualhormone bei Frauen: Eine systematische Übersicht

Elyssa Osianlis, Elizabeth H. X. Thomas, Lisanne Michelle Jenkins, Caroline Gurvich (2025)

Journal of Attention Disorders 29(9), 706-723

Zusammenfassung

Ziel: ADHS ist eine neurologische Entwicklungsstörung mit erhöhter Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität. Die Symptome bestehen meist bis ins Erwachsenenalter fort und können Funktionsfähigkeit und Lebensqualität beeinträchtigen. Bei Frauen und Personen, die bei Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurden, wird ADHS unzureichend erkannt, und über den Zusammenhang zwischen Symptomen und Sexualhormonen ist wenig bekannt. Die Übersicht fasst die vorliegende Evidenz dazu zusammen, einschließlich Medikationseffekten. Methode: Suche in Ovid MEDLINE, Embase und PsycINFO von 1980 bis Januar 2025. Eingeschlossen wurden Studien zu ADHS-Symptomen im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen bei Frauen, einschließlich hormoneller Lebensphasen wie Pubertät, Menstruationszyklus und Schwangerschaft. Die Auswertung erfolgte als narrative Synthese, gruppiert nach Hormonphase. Ergebnisse: Elf Studien wurden eingeschlossen. Die Evidenz sprach überwiegend für einen Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Sexualhormonen, insbesondere in der Pubertät und über den Menstruationszyklus. Einschränkend waren die geringe Studienzahl, oft kleine Stichproben und die erhebliche Heterogenität von Populationen und Ergebnismaßen. Schlussfolgerung: Hormonelle Phasen können mit Veränderungen der ADHS-Symptomatik einhergehen; nötig sind Studien zu einem breiteren Spektrum hormoneller Lebensphasen einschließlich der Menopause.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Diagnostik

Schlagwörter: Geschlecht, ADHS im Erwachsenenalter, Frauen, Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit, Lebensqualität

This publication in English

Nach oben scrollen