Multimodale MR-Bildgebung des Hirneisens bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung: ein nichtinvasiver Biomarker, der auf eine Psychostimulanzienbehandlung anspricht?

Vitria Adisetiyo, Jens Jensen, Ali Tabesh, Rachael Deardorff, Els Fieremans, Adriana Di Martino, Kevin Gray, Francisco Castellanos, Joseph Helpern (2014)

Radiology 272(2), 524-532

Zusammenfassung

ZIEL: Umfassende Beurteilung des Eisengehalts im Gehirn von typisch entwickelten Kontrollpersonen und Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) unter Berücksichtigung der Psychostimulanzien-Medikation. MATERIAL UND METHODEN: Diese prospektive Studie wurde von der Ethikkommission genehmigt, und es wurde eine Einverständniserklärung eingeholt. Der Eisengehalt im Gehirn wurde nichtinvasiv mittels Magnetresonanztomographie (MRT) bestimmt. Dabei wurden die Relaxationsraten (R2, R2*, R2') und die Magnetfeldkorrelation (MFC) im Globus pallidus, Putamen, Nucleus caudatus und Thalamus von 22 ADHS-Patienten (12 medikationsnaive Patienten und 10 mit Psychostimulanzien-Vorbehandlung) sowie von 27 Kontrollpersonen (Alter: 8–18 Jahre) analysiert. Zusätzlich wurden Serum-Eisenwerte erhoben. Unterschiede zwischen den Subgruppen wurden mittels datenangepasster Omnibus-Tests und anschließenden paarweisen Post-hoc-Vergleichen analysiert. Zur Kontrolle multipler Vergleiche wurde eine Korrektur der Fehlentdeckungsrate (FDR) durchgeführt. ERGEBNISSE: Bei medikationsnaiven ADHS-Patienten waren die striatalen und thalamischen MFC-Indizes für Hirneisen signifikant niedriger als bei den Kontrollprobanden (Putamen, p = 0,012; Nucleus caudatus, p = 0,008; Thalamus, p = 0,012) und bei mit Psychostimulanzien behandelten ADHS-Patienten (Putamen, p = 0,006; Nucleus caudatus, p = 0,010; Thalamus, p = 0,021). Die MFC-Indizes der medikamentös behandelten Patienten waren hingegen mit denen der Kontrollprobanden vergleichbar. Hinsichtlich R2, R2*, R2' und Serumwerten wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt. SCHLUSSFOLGERUNG: Die niedrigeren MFC-Indizes für Hirneisen im Striatum und Thalamus bei medikationsnaiven ADHS-Patienten und das Fehlen von Unterschieden bei mit Psychostimulanzien behandelten Patienten legen nahe, dass die MFC-Indizes für Hirneisen einen nicht-invasiven diagnostischen Biomarker darstellen könnten, der auf eine Psychostimulanzienbehandlung anspricht.

Kategorien: Diagnostik, Medikamente, Therapie

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Diagnostik, Stimulanzien, Hyperaktivität, MRT, Geschlecht

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