Der Einfluss der Einbeziehung von Umweltablenkungen in einen CPT auf die anhaltende Aufmerksamkeit und die ADHS-Diagnose bei Jugendlichen
Itai Berger, Hanoch Cassuto (2014)
Journal of neuroscience methods 222, 62-68
Zusammenfassung
HINTERGRUND: Die Diagnose von ADHS bei Jugendlichen ist mit besonderen Herausforderungen verbunden. Herkömmliche kognitive Belastungstests (CPTs) können aufgrund unzureichender kognitiver Anforderungen ADHS und Nicht-ADHS unter Umständen nicht zuverlässig unterscheiden. Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob die Einbeziehung von Umweltreizen in einen CPT dessen Fähigkeit zur Unterscheidung von Jugendlichen mit und ohne ADHS verbessert. NEUE METHODE: Anhand der Auslassungsfehlerrate als Maß für die Schwierigkeit der anhaltenden Aufmerksamkeit untersuchte diese Studie, ob Jugendliche mit ADHS leichter abgelenkt werden als die Kontrollgruppe und welche Art von Ablenkern für die ADHS-Diagnose am effektivsten ist. Die Studie verwendete die MOXO-CPT-Version, die visuelle und auditive Reize als Ablenker einbezieht. Die Teilnehmer waren 176 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren, davon 133 mit und 43 ohne ADHS-Diagnose. ERGEBNISSE UND VERGLEICH MIT BESTEHENDEN METHODEN: Die Ergebnisse zeigten, dass Jugendliche mit ADHS in Gegenwart rein visueller Ablenker sowie einer Kombination aus visuellen und auditiven Ablenkern signifikant mehr Auslassungsfehler produzierten als ohne Ablenker. Ablenkende Reize hatten keinen Einfluss auf die CPT-Leistung von Jugendlichen ohne ADHS. Die ROC-Analyse zeigte zudem, dass allein die Anwesenheit von Ablenkern die Aussagekraft des Tests verbesserte. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Diese Studie liefert Hinweise darauf, dass die Einbeziehung von Umweltablenkern in einen CPT für die ADHS-Diagnostik hilfreich ist. Jugendliche mit ADHS ließen sich durch alle Arten von Umweltablenkern stärker ablenken als die Kontrollgruppe. Rein visuelle Ablenker und die Kombination von Ablenkern lenkten sie stärker ab als rein auditive.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik
Schlagwörter: ADHS, Jugendliche, Diagnostik, Hyperaktivität, Geschlecht, Neuropsychologie
