Mikrostrukturelle Anomalien der weißen Hirnsubstanz bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Lizhou Chen, Xiaoqi Huang, Du Lei, Ning He, Xinyu Hu, Ying Chen, Yuanyuan Li, Jinbo Zhou, Lanting Guo, Graham Kemp, Qi-Yong Gong (2015)

Journal of psychiatry & neuroscience : JPN 40(4), 140199

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine frühkindliche neurologische Entwicklungsstörung mit vielfältigen Verhaltensproblemen und exekutiven Dysfunktionen. Neuroimaging-Studien haben eine Reihe von Auffälligkeiten gezeigt, deren Inkonsistenzen teilweise auf die Verfälschung durch Medikamente und gleichzeitig bestehende psychiatrische Erkrankungen zurückzuführen sind. Ziel dieser Studie war es, die mikrostrukturellen Auffälligkeiten der weißen Substanz bei unbehandelten Kindern und Jugendlichen mit reiner ADHS zu untersuchen und den Zusammenhang zwischen diesen Auffälligkeiten und Verhaltenssymptomen sowie exekutiven Funktionen zu erforschen. METHODEN: Wir untersuchten Kinder und Jugendliche mit ADHS sowie gesunde Kontrollpersonen mittels psychiatrischer Interviews. Verhaltensprobleme wurden anhand der revidierten Conners-Elternbeurteilungsskala erfasst, exekutive Funktionen mithilfe des Stroop-Tests und des Wisconsin Card Sorting Tests. Wir erfassten Diffusions-Tensor-Bildgebungsdaten mit einem 3-Tesla-MRT-System und verglichen Diffusionsparameter, einschließlich fraktioneller Anisotropie (FA) sowie mittlerer, axialer und radialer Diffusivität, zwischen den beiden Gruppen. ERGEBNISSE: 33 Kinder und Jugendliche mit ADHS sowie 35 gesunde Kontrollpersonen nahmen an unserer Studie teil. Bei den Patienten war im Vergleich zu den Kontrollpersonen die fraktionelle Anisotropie (FA) im linken posterioren Cingulumbündel erhöht, bedingt durch eine erhöhte axiale und eine verringerte radiale Diffusivität. Darüber hinaus korrelierte die mittlere FA des Clusters in dieser Region mit Verhaltensmaßen sowie exekutiven Funktionen bei den ADHS-Patienten. EINSCHRÄNKUNGEN: Die Studie war aufgrund ihres Querschnittdesigns und der geringen Stichprobengröße limitiert. Die Clustergröße des signifikanten Ergebnisses war klein. SCHLUSSFOLGERUNG: Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Anomalien der weißen Substanz innerhalb des limbischen Systems Teil der neuronalen Grundlage für Verhaltensprobleme und exekutive Dysfunktionen bei ADHS-Patienten sein könnten.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik, Medikamente

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Exekutive Funktionen, Hyperaktivität, MRT, Geschlecht, Neuropsychologie

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