Der Schweregrad der ADHS korreliert mit der Mikrostruktur der weißen Substanz im subgenualen Cingulum.

Miriam Cooper, Anita Thapar, Derek Jones (2015)

NeuroImage. Clinical 7, 653-660

Zusammenfassung

ZIELE: Diese Analyse untersuchte hypothetische Zusammenhänge zwischen mikrostrukturellen Merkmalen spezifischer, a priori ausgewählter Faserbahnen der weißen Substanz (WS) und klinischen Variabilitätsmaßen bei Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Zunächst wurden Zusammenhänge zwischen der WS-Mikrostruktur und dem Schweregrad der ADHS im subgenualen Cingulum untersucht. Um sicherzustellen, dass faserbahnspezifische Ansätze eine erhöhte und nicht unterschiedliche Sensitivität ermöglichten, wurden anschließend Zusammenhänge zwischen der WS-Mikrostruktur und autistischen Merkmalen im rechten Tractus corticospinalis auf Grundlage der Ergebnisse einer zuvor veröffentlichten Voxel-basierten Analyse gemessen. METHODEN: 40 rechtshändige Jungen im Alter von 14–18 Jahren (19 mit ADHS vom kombinierten Typ nach DSM-IV und 21 gesunde Kontrollpersonen) unterzogen sich einer Diffusions-MRT-Untersuchung mit 60 Richtungen. Klinische ADHS- und Autismusvariationen wurden mithilfe validierter Fragebögen erfasst. Die Kartierung des subgenualen Cingulums und des Tractus corticospinalis erfolgte mittels deterministischer Traktographie auf Basis sphärischer Dekonvolutionsmethoden. ERGEBNISSE: Die fraktionelle Anisotropie korrelierte positiv und die radiale Diffusivität negativ mit a) dem Schweregrad der ADHS im linken subgenualen Cingulum und b) autistischen Merkmalen im unteren Segment des rechten Tractus corticospinalis. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Fall- und Kontrollgruppen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Ergebnisse geben Aufschluss über mögliche anatomische Korrelate des ADHS-Schweregrads und autistischer Symptome in Bahnen, die am ADHS-Phänotyp beteiligt sein könnten. Sie liefern weitere Belege dafür, dass traktspezifische Ansätze a) Zusammenhänge zwischen mikrostrukturellen Metriken und Indizes phänotypischer Variabilität aufdecken können, die mit voxelbasierten Ansätzen nicht erkennbar wären, und b) im Vergleich zu voxelbasierten Ansätzen eine verbesserte, nicht aber eine differentielle Sensitivität bieten.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Autismus-Spektrum-Störungen, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS, Jugendliche, Diagnostik, Hyperaktivität, Autismus-Spektrum-Störung, MRT, Geschlecht

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