Emotionsdysregulation bei Erwachsenen mit ADHS: Eine Metaanalyse

Ashkan Beheshti, Mira-Lynn Chavanon, Hanna Christiansen (2020)

BMC Psychiatry 20(1), 120

Zusammenfassung

Hintergrund: Emotionale Symptome gelten zunehmend als Kernmerkmal der ADHS. Die Metaanalyse quantifiziert die Befundlage zur Emotionsdysregulation und ihren Facetten bei Erwachsenen mit ADHS im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. Methode: Durchsucht wurden PubMed und PsycINFO. Eingeschlossen wurden Studien, die bei klinisch diagnostizierten Erwachsenen (über 18 Jahre) und gesunden Kontrollpersonen ein Maß der Emotions(dys)regulation berichten. 13 Studien mit insgesamt 2.535 Personen gingen ein, um erstens die standardisierte Mittelwertdifferenz der Emotionsdysregulation als Generalfaktor und in ihren Facetten (emotionale Labilität, negative emotionale Reaktionen, Emotionserkennung) und zweitens den Zusammenhang mit der ADHS-Symptomschwere zu bestimmen. Ergebnisse: Erwachsene mit ADHS wiesen eine signifikant stärkere allgemeine Emotionsdysregulation auf (Hedges' g = 1,17; p < 0,001). Unter den Facetten zeigte emotionale Labilität den stärksten Effekt (g = 1,20; KI 0,57–1,83; p < 0,001). Symptomschwere und allgemeine Emotionsdysregulation korrelierten signifikant (r = 0,54; p < 0,001), ebenso negative emotionale Reaktionen mit der Symptomschwere (r = 0,63). Schlussfolgerung: Die Befunde stützen Emotionsdysregulation als Kernmerkmal der ADHS-Psychopathologie, wobei emotionale Labilität und negative emotionale Reaktionen die deutlichste Rolle spielen. Wegen unzureichender statistischer Angaben in den Primärstudien waren keine Metaregressionen für Moderatorvariablen möglich.

Kategorien: ADHS Allgemein, ADHS bei Erwachsenen

Schlagwörter: Emotionsregulation, ADHS im Erwachsenenalter, Erwachsene, Metaanalyse, Emotionen

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