Der mögliche Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung und nicht diagnostizierten Refraktionsfehlern

Ido Fabian, Michael Kinori, Ofer Ancri, Abraham Spierer, Adi Tsinman, Guy J Ben Simon (2013)

Journal of AAPOS : the official publication of the American Association for Pediatric Ophthalmology and Strabismus / American Association for Pediatric Ophthalmology and Strabismus 17(5), 507-511

Zusammenfassung

ZIEL: Untersuchung, ob eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) oder eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) mit nicht diagnostizierten Refraktionsfehlern oder Schwierigkeiten mit dem binokularen Sehen einhergeht. METHODEN: In dieser Fall-Kontroll-Studie wurden Kinder mit ADS/ADHS, die gemäß den Kriterien des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM-IV-TR) diagnostiziert wurden, sowie altersentsprechende Kontrollpersonen in der ADS-Ambulanz des Sheba Medical Center untersucht. Bei Kindern beider Gruppen wurden folgende Daten erfasst: unkorrigierte Sehschärfe in der Ferne und Nähe, Refraktion nach Zykloplegie, Augenmotilität und binokulares Sehen. ERGEBNISSE: Insgesamt nahmen 56 Kinder (12 Mädchen; Durchschnittsalter 9,5 Jahre) an der ADS/ADHS-Gruppe teil. Die Kontrollgruppe umfasste 66 Patienten (29 Mädchen; Durchschnittsalter 9 Jahre). Die durchschnittliche unkorrigierte Sehschärfe betrug in beiden Gruppen nahezu 1,0 (20/20) in der Ferne und J1 in der Nähe. Das sphärische Äquivalent nach Zykloplegie betrug +0,89 ± 1,1 dpt in der Kontrollgruppe und +0,63 ± 0,89 dpt in der ADHS-Gruppe (p = 0,16). Binokulare Funktion und Akkommodation waren in beiden Gruppen vergleichbar, mit Ausnahme eines signifikanten Unterschieds im Nahpunkt der Konvergenz zwischen der Kontrollgruppe und der ADHS-Gruppe (5,3 ± 2,3 cm bzw. 4,1 ± 1,8 cm; p = 0,002). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Kinder mit ADHS wiesen eine vergleichbare Sehschärfe in der Ferne und Nähe sowie ähnliche Refraktionsfehler wie gesunde Probanden auf. Binokulare Funktion und Akkommodation waren in beiden Gruppen ebenfalls vergleichbar und tragen daher vermutlich nicht zur ADHS bei.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Diagnostik, Hyperaktivität, Geschlecht

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