Die Rolle von elterlicher ADHS bei der Aufrechterhaltung der Effekte einer familien-schulischen Intervention bei ADHS
Anne Dawson, Brian Wymbs, Stephen Marshall, Jennifer Mautone, Thomas Power (2014)
Journal of clinical child and adolescent psychology : the official journal for the Society of Clinical Child and Adolescent Psychology, American Psychological Association, Division 53 45(3), 1-15
Zusammenfassung
Diese Studie untersuchte, inwieweit elterliche ADHS-Symptome die Entwicklung von Kindern und Eltern nach einer multimodalen Familien-Schul-Intervention, dem Programm „Family School Success“ (FSS), beeinflussen, verglichen mit einer aktiven Kontrollgruppe (CARE). Die Teilnehmer waren 139 Kinder mit ADHS (67 % männlich; 91 % nicht-hispanisch; 77 % kaukasisch; 2.–6. Klasse) und ihre primäre Bezugsperson (91 % weiblich; 26–59 Jahre), die an einer randomisierten klinischen Studie zur Wirksamkeit von FSS teilnahmen. Es wurden Zusammenhänge zwischen den von den Eltern berichteten ADHS-Symptomen zu Beginn der Studie und den von Eltern und Lehrkräften nach der Behandlung und bei einer Nachuntersuchung nach drei Monaten berichteten Interventionsergebnissen untersucht. Zu den untersuchten Ergebnissen zählten Beeinträchtigungen der Kinder bei Hausaufgaben und im Unterricht, ADHS- und oppositionelle Trotzstörungssymptome der Kinder, elterliches Verhalten und die Qualität der Eltern-Lehrer-Beziehung. In beiden Behandlungsgruppen zeigte sich kein Zusammenhang zwischen elterlichem ADHS und den Ergebnissen für Eltern oder Kinder nach der Behandlung. Bei der Nachuntersuchung zeigten sich jedoch Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen hinsichtlich der Eltern mit ADHS, insbesondere wenn ein empirisch validierter Symptom-Cutoff zur Identifizierung von Eltern mit erhöhtem ADHS-Risiko herangezogen wurde. In der FSS-Gruppe, nicht aber in der CARE-Gruppe, war elterliches ADHS mit einem Rückgang der Behandlungserfolge in der Qualität der Eltern-Lehrer-Beziehung und den Hausaufgabenleistungen des Kindes verbunden. Eltern mit erhöhtem ADHS-Risiko hatten in der FSS-Intervention Schwierigkeiten, die Behandlungseffekte für sich und ihr Kind aufrechtzuerhalten, nicht jedoch in der CARE-Gruppe. Die unterstützenden und edukativen Komponenten der CARE-Intervention könnten dazu beitragen, die Nachhaltigkeit psychosozialer Interventionen für Kinder mit ADHS zu fördern, deren Eltern erhöhte ADHS-Symptome aufweisen.
Kategorien: Diagnostik, Psychotherapie, Therapie
Schlagwörter: ADHS, ADHS bei Kindern, Kinder, Diagnostik, Hyperaktivität, Störung des Sozialverhaltens, Geschlecht, Schule
