Prädiktive Eigenschaften des A-TAC-Inventars beim Screening auf frühkindliche neurologische Entwicklungsstörungen in einer bevölkerungsbasierten Stichprobe

Tomas Larson, Sebastian Lundstrom, Thomas Nilsson, Eva Selinus, Maria Rastam, Paul Lichtenstein, Clara Gumpert, Henrik Anckarsater, Nora Kerekes (2013)

BMC Psychiatry 13, 233

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Die Identifizierung von Kindern mit frühkindlichen neurologischen Entwicklungsstörungen (im Folgenden definiert als Autismus-Spektrum-Störungen [ASS], Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung [ADHS], Tic-Störungen [TS], Lernstörungen [LS] und Entwicklungsstörungen der Koordination) mithilfe einfach anzuwendender Screening-Instrumente ist eine Voraussetzung für epidemiologische Forschung. Solche Instrumente sind auch klinisch nützlich, um Kinder für umfassende Untersuchungen zu priorisieren, Risikogruppen zu screenen und Kontrollgruppen zu beobachten. Das Inventar „Autismus-Tics, ADHS und andere Komorbiditäten“ (A-TAC) wurde entwickelt, um diese Anforderungen zu erfüllen; hier werden die prospektiven und psychometrischen Eigenschaften des A-TAC in einem bevölkerungsbasierten, epidemiologischen Kontext untersucht. METHODEN: Seit 2004 werden die Eltern aller schwedischen Zwillinge gebeten, an einer laufenden, landesweiten Zwillingsstudie (Schwedische Zwillingsstudie für Kinder und Jugendliche) teilzunehmen. Die Studie umfasst den A-TAC, der als Telefoninterview mit den Eltern von 9- oder 12-jährigen Zwillingen durchgeführt wurde. In der vorliegenden Studie wurden positiv getestete Zwillinge aus drei Geburtsjahrgängen (1993–1995) zusammen mit ihren Zwillingsgeschwistern und zufällig ausgewählten gesunden Kontrollpersonen im Alter von 15 Jahren zu einer umfassenden klinischen Nachuntersuchung eingeladen (verblindet hinsichtlich der vorherigen Screening-Ergebnisse) (Gesamt-N = 452). ERGEBNISSE: Die Sensitivität und Spezifität der A-TAC-Werte zur Vorhersage späterer klinischer Diagnosen waren insgesamt gut bis exzellent, mit Werten der Fläche unter der ROC-Kurve von 0,77 (ADHS) bis 0,91 (ASS). Von den Kindern, die positiv auf eine ASS getestet wurden, erhielten 48 % eine klinische ASS-Diagnose. Für ADHS lag der entsprechende Wert ebenfalls bei 48 %, für Lernstörungen bei 16 % und für typische Entwicklung bei 60 %. Zwischen 4 % und 35 % der im Screening positiv getesteten Kinder erhielten bei der klinischen Nachuntersuchung drei Jahre später keine Diagnose. In der Kontrollgruppe mit negativem Screening-Ergebnis betrug die Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Lernstörungen und typischer Entwicklung (TD) 0 %, 7 %, 4 % bzw. 2 %. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Der A-TAC erwies sich in dieser bevölkerungsbasierten Längsschnittstudie als valides Instrument zur Erfassung neurologischer Entwicklungsstörungen. Er weist gute bis exzellente psychometrische Eigenschaften auf und kann neurologische Entwicklungsstörungen (hauptsächlich ASS) auch drei Jahre nach den Screening-Untersuchungen sehr gut von nicht-neurologischen Entwicklungsstörungen unterscheiden, obwohl die spezifischen Diagnosen nicht vollständig mit den tatsächlichen klinischen Diagnosen übereinstimmten.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Autismus-Spektrum-Störungen, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Diagnostik, Hyperaktivität, Autismus-Spektrum-Störung, Prävalenz, Epidemiologie, Geschlecht

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