Umstellung von Methylphenidat mit sofortiger Wirkstofffreisetzung auf Methylphenidat mit verzögerter Wirkstofffreisetzung bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

V. Gormez, B. Avery, H. Mann (2013)

European review for medical and pharmacological sciences 17(17), 2345-2349

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Bei der Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist häufig der Wechsel von Methylphenidat mit sofortiger Wirkstofffreisetzung (MPH-IR) zu einer Retardformulierung erforderlich, um die Therapietreue und den Anwendungskomfort zu verbessern. Berichten zufolge verläuft dieser Wechsel jedoch nicht immer erfolgreich, und es kann vorkommen, dass Retardpräparaten geringe Dosen MPH-IR zugesetzt werden, wenn die Wirkung nachlässt. PATIENTEN UND METHODEN: In dieser Studie wurden die Krankenakten von 77 Patienten im Alter von 6 bis 18 Jahren, die von MPH-IR auf Concerta XL umgestellt wurden, retrospektiv analysiert, um die Wirksamkeit des Wechsels zu belegen. Der Einfluss der zusätzlichen Gabe von MPH-IR zu Concerta XL auf den Behandlungserfolg wurde evaluiert. ERGEBNISSE: Der alleinige Wechsel zu Concerta XL war in 94 % der Fälle erfolgreich, und alle 23 (100 %) Patienten, denen zusätzlich MPH-IR verabreicht wurde, zeigten ein gutes Ansprechen auf den Wechsel. Mehr als 43 % der Studienteilnehmer benötigten zusätzliche Dosen von MPH-IR und 55 % benötigten eine höhere als die empfohlene äquivalente Dosis von Concerta XL für eine erfolgreiche Umstellung. SCHLUSSFOLGERUNG: Für eine erfolgreiche Umstellung von Methylphenidat mit sofortiger Wirkstofffreisetzung auf Methylphenidat mit verzögerter Wirkstofffreisetzung können höhere als die empfohlene äquivalente Dosis von Concerta XL oder eine zusätzliche Dosis MPH-IR erforderlich sein.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Medikamente, Therapie

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Methylphenidat, Stimulanzien, Hyperaktivität, Geschlecht

This publication in English

Nach oben scrollen