Bedenken von Eltern von Kindern mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zu verschiedenen Tageszeiten: eine Fall-Kontroll-Studie

Yoshinori Sasaki, Masahide Usami, Daimei Sasayama, Takashi Okada, Yoshitaka Iwadare, Kyota Watanabe, Hirokage Ushijima, Tetsuya Tanaka, Maiko Harada, Hiromi Tanaka, Masaki Kodaira, Nobuhiro Sugiyama, Tetsuji Sawa, Kazuhiko Saito (2015)

PloS one 10(4), e0124692

Zusammenfassung

HINTERGRUND/ZIEL: Der Fragebogen „Kinder mit Schwierigkeiten“ (QCD) ist ein von Eltern ausgefüllter Fragebogen zur Erfassung von Funktionsschwierigkeiten bei Kindern in bestimmten Tagesphasen. Ziel dieser Studie war die Evaluation von Schwierigkeiten im Alltag bei Kindern und Jugendlichen mit tiefgreifender Entwicklungsstörung (PDD) mithilfe des QCD. Die Ergebnisse wurden mit denen einer Kontrollgruppe aus der Allgemeinbevölkerung verglichen. METHODEN: Es wurde ein Fall-Kontroll-Design verwendet. Die Fallgruppe umfasste Grundschüler (182 Jungen, 51 Mädchen) und Schüler der Sekundarstufe I (100 Jungen, 39 Mädchen) mit PDD. Als Kontrollgruppe diente eine Kontrollgruppe aus Grundschülern (568 Jungen, 579 Mädchen) und Schülern der Sekundarstufe I (180 Jungen, 183 Mädchen) aus der Allgemeinbevölkerung. Ihr Verhalten wurde mithilfe des QCD, der Tokyo Autistic Behavior Scale (TABS), der ADHD-Rating-Skala (ADHD-RS) und des Oppositional Defiant Behavior Inventory (ODBI) für Grund- bzw. Mittelschüler beurteilt. Der Einfluss von Geschlecht und Diagnose auf die QCD-Werte wurde analysiert. Korrelationskoeffizienten zwischen QCD und den Werten von TABS, ADHD-RS und ODBI wurden ermittelt. ERGEBNISSE: Die QCD-Werte der Kinder mit PDD waren signifikant niedriger als die der Kontrollgruppe (p < 0,001). Signifikant starke Korrelationen zeigten sich in mehr Bereichen der ADHD-RS- und ODBI-Werte als bei den TABS-Werten. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Kinder mit PDD hatten größere Schwierigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben; zudem korrelierten ihre QCD-Werte stärker mit ihren ADHD-RS- und ODBI-Werten als mit ihren TABS-Werten. Die Schwierigkeiten, die durch die Kombination von PDD-, ADHS- und OBDI-Symptomen bei Kindern entstehen, machen es notwendig, alle Diagnosen zu überprüfen, bevor eine Therapie für PDD eingeleitet wird, um deren Ergebnisse richtig beurteilen zu können.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Autismus-Spektrum-Störungen, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Diagnostik, Hyperaktivität, Autismus-Spektrum-Störung, Störung des Sozialverhaltens, Geschlecht, Schule

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