Die Rolle des Schlafs bei ADHS: Möglichkeiten zur Prävention von ADHS?
M. Arns (2013)
Tijdschrift voor psychiatrie 55(10), 773-782
Zusammenfassung
HINTERGRUND: Personalisierte Medizin zielt darauf ab, die richtige Behandlung für die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt bereitzustellen, im Gegensatz zum derzeit angewandten „Einheitsansatz“. Diese Entwicklung basiert auf der Identifizierung von ADHS-Subgruppen mithilfe von Biomarkern. Eine wichtige ADHS-Subgruppe ist durch eine beeinträchtigte Vigilanzregulation gekennzeichnet, die mittels EEG quantifiziert wird. Diese Subgruppe spricht gut auf Stimulanzien und Neurofeedback an. Jüngste Erkenntnisse deuten auf einen klaren Zusammenhang zwischen verkürzter Schlafdauer und ADHS-Beschwerden in dieser Subgruppe von ADHS-Patienten hin. Ein kürzlich veröffentlichtes Modell erklärt, wie verschiedene Behandlungen, z. B. chronobiologische Therapien und Neurofeedback, diese neuronalen Schaltkreise beeinflussen und die Verbesserung der ADHS-Symptome vermitteln. ZIEL: Überprüfung dieses kürzlich veröffentlichten Modells, das einen Zusammenhang zwischen Sonnenintensität und ADHS-Prävalenz vorhersagt. METHODE: Eine Literaturrecherche zu Studien, die identische Methoden zur Schätzung der ADHS-Prävalenz in verschiedenen geografischen Gebieten verwenden, und Vergleich dieser Ergebnisse mit weltweiten Daten zur Sonnenintensität. ERGEBNISSE: Es zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Sonneneinstrahlung und der weltweiten Prävalenz von ADHS. Dieser Zusammenhang erklärt 34–57 % der Varianz der ADHS-Prävalenz, wobei in Gebieten mit hoher Sonneneinstrahlung eine geringere ADHS-Prävalenz festgestellt wurde. SCHLUSSFOLGERUNG: Die präventive Wirkung hoher Sonneneinstrahlung könnte mit der Verbesserung von Störungen des zirkadianen Rhythmus zusammenhängen. Diese Ergebnisse treffen wahrscheinlich auf eine beträchtliche Untergruppe von ADHS-Patienten zu und haben wichtige Implikationen für unser Verständnis der Ätiologie und möglicherweise auch der Prävention von ADHS.
Kategorien: Kognitives Training, Medikamente, Therapie
Schlagwörter: ADHS, Stimulanzien, Neurofeedback, Hyperaktivität, Schlaf, EEG, Prävalenz
