Kognitive Funktionen bei Epilepsie im Kindesalter: Bedeutung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
Sung-Han Kang, Mi-Sun Yum, Eun-Hee Kim, Hyo-Won Kim, Tae-Sung Ko (2015)
Journal of clinical neurology (Seoul, Korea) 11(1), 20-25
Zusammenfassung
HINTERGRUND UND ZIEL: Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen kognitiver Funktion, Epilepsieklassifikation und komorbider Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern mit neu diagnostizierter Epilepsie genetischer oder unbekannter Ätiologie zu untersuchen. METHODEN: Die Krankenakten von Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie genetischer oder unbekannter Ätiologie wurden retrospektiv ausgewertet. Intelligenz und Aufmerksamkeit/exekutive Funktionen wurden mithilfe des Koreanischen Instituts für Bildungsentwicklung – Wechsler-Intelligenztests für Kinder (KEI-WISC) bzw. des Comprehensive Attention Test (CAT) erfasst. ERGEBNISSE: Die Daten von insgesamt 149 Kindern (103 mit fokalen und 46 mit generalisierten Anfällen) wurden analysiert. Die Prävalenz von ADHS betrug 49,2 % (59 von 120 untersuchten Patienten). ADHS-Patienten zeigten signifikant schlechtere Ergebnisse in der auditiven selektiven Aufmerksamkeit, im Flanker-Test und im räumlichen Arbeitsgedächtnis. Patienten mit generalisierten Anfällen wiesen signifikant schlechtere Ergebnisse in der auditiven selektiven und anhaltenden Aufmerksamkeit auf als Patienten mit fokalen Anfällen. Bei Patienten mit generalisierten Anfällen waren die Daueraufmerksamkeit, die Ergebnisse des Flanker-Tests und das räumliche Arbeitsgedächtnis durch ADHS beeinträchtigt. Die selektive und anhaltende auditive Aufmerksamkeit war bei Patienten mit benigner Epilepsie im Kindesalter mit zentrotemporalen Spikes und ADHS signifikant schlechter als bei Patienten ohne ADHS. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Kognitive Prozesse werden durch den Anfallstyp und eine komorbide ADHS beeinflusst. Eine genaue Charakterisierung dieser neuropsychiatrischen Beeinträchtigungen kann ein früheres Eingreifen im Krankheitsverlauf ermöglichen.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik, Therapie
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Diagnostik, Komorbidität, Exekutive Funktionen, Arbeitsgedächtnis, Hyperaktivität, Genetik, Prävalenz
