Die Auswirkungen der pränatalen Exposition gegenüber Alkohol und Passivrauchen auf das ADHS-Risiko: Eine große bevölkerungsbasierte Studie

Ji-Youn Han, Ho-Jang Kwon, Mina Ha, Ki-Chung Paik, Myung-Ho Lim, Sang Gyu Lee, Seung-Jin Yoo, Eun-Jung Kim (2015)

Psychiatry research 225(1-2), 164-168

Zusammenfassung

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) entsteht durch das Zusammenspiel genetischer und Umweltfaktoren. Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen einer pränatalen Exposition gegenüber Alkohol und Passivrauchen zu untersuchen. Von den 30.552 Eltern, die an einer Umfrage teilnahmen, wurden die Antworten von 19.940 analysiert, die Fragen zur pränatalen Exposition gegenüber Passivrauchen und Alkoholkonsum beantworteten und die DuPaul-Skala ausfüllten. Die Ergebnisse zeigten, dass das ADHS-Risiko durch Alkoholkonsum um das 1,55-Fache (95%-KI 1,33–1,82), durch mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft um das 2,64-Fache (95%-KI 1,45–4,80) und durch väterliches Rauchen während der Schwangerschaft um das 1,17-Fache (95%-KI 1,98–1,39) signifikant erhöht war. Als die Probandinnen, deren Mütter während der Schwangerschaft nicht geraucht hatten, in vier Gruppen unterteilt wurden, war die Prävalenz in der Gruppe mit Passivrauchexposition, aber ohne Alkoholkonsum, 1,16-mal höher (95 %-KI 1,02–1,33), in der Gruppe mit Alkoholexposition, aber ohne Passivrauchexposition, 1,19-mal höher (95 %-KI 0,91–1,57) und in der Gruppe mit gleichzeitiger Passivrauch- und Alkoholexposition 1,58-mal höher (95 %-KI 1,31–1,91). Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren statistisch signifikant (p < 0,0001). Dieses Ergebnis zeigt, dass die gleichzeitige Exposition gegenüber Passivrauch und Alkohol während der Schwangerschaft das Risiko für ADHS erhöht.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Diagnostik, Sucht

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Erwachsene, Hyperaktivität, Alkohol, Genetik, Prävalenz, Geschlecht

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