Vergleichende Wirksamkeit, Akzeptanz und Verträglichkeit von Lisdexamfetamin bei ADHS im Kindes- und Jugendalter: eine Metaanalyse randomisierter, kontrollierter Studien

Benchalak Maneeton, Narong Maneeton, Surinporn Likhitsathian, Sirijit Suttajit, Assawin Narkpongphun, Manit Srisurapanont, Pakapan Woottiluk (2015)

Drug design, development and therapy 9, 1927-1936

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Mehrere Studien haben die Wirksamkeit von Lisdexamfetamin (LDX) bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) belegt. ZIELSETZUNG: Ziel dieser Studie war eine systematische Überprüfung der Wirksamkeit, Akzeptanz und Verträglichkeit von LDX bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Eingeschlossen wurden alle randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) mit LDX versus Placebo, die bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS durchgeführt wurden. DATENQUELLEN: Die Recherchen in SCOPUS, MEDLINE, CINAHL und dem Cochrane Controlled Trials Register wurden im September 2014 durchgeführt. Zusätzlich erfolgten Recherchen in den Datenbanken ClinicalTrials.gov und dem EU Clinical Trials Register. EINSCHLIESSUNGSKRITERIEN, TEILNEHMER UND INTERVENTIONEN: Diese Übersichtsarbeit umfasste alle RCTs mit LDX versus Placebo, die bei Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren durchgeführt wurden. Zusätzlich mussten die eingeschlossenen Studien die folgenden Endergebnisse berichten: i) Schweregrad der ADHS-Symptome anhand standardisierter Skalen, ii) Verbesserungsraten, iii) Abbruchraten. Um eine möglichst umfassende Analyse zu gewährleisten, wurden die Sprachen der randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) nicht eingeschränkt. STUDIENBEWERTUNG UND SYNTHESEMETHODEN: Die Abstracts aus Datenbanken wurden gesichtet und die Volltexte relevanter Studien geprüft und die wichtigsten Ergebnisse extrahiert. Zu den Wirksamkeitsmessungen zählten entweder der gepoolte Mittelwert der Endpunktwerte oder die Veränderungswerte der ADHS-Bewertungsskalen sowie die Verbesserungsrate. Akzeptanz und Verträglichkeit wurden anhand der gepoolten Gesamtabbruchrate bzw. der gepoolten Abbruchrate aufgrund von unerwünschten Ereignissen gemessen. Zur Synthese der mittleren Differenzen (standardisierte oder gewichtete mittlere Differenzen) und relativen Risiken (RR) mit 95%-Konfidenzintervallen (KI) wurde ein Random-Effects-Modell verwendet. ERGEBNISSE: Insgesamt wurden 1.016 Kinder und Jugendliche mit ADHS eingeschlossen. Die LDX-Dosierung betrug 30 bis 70 mg/Tag. Die gepoolten mittleren Veränderungswerte der LDX-Gruppe waren signifikant höher als die der Placebo-Gruppe (gewichtete mittlere Differenz [95 %-KI] -15,20 [-19,95; -10,46], I² = 94 %). Auch die gepoolte Verbesserungsrate war in der LDX-Gruppe signifikant höher als in der Placebo-Gruppe (RR [95 %-KI] 0,34 [0,24; 0,47], I² = 80 %). Die gepoolte Gesamtabbruchrate unterschied sich zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant (RR [95 %-KI] 0,78 [0,46; 1,31], I² = 63 %). Ebenso zeigte die gepoolte Abbruchrate aufgrund von unerwünschten Ereignissen keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen (RR [95 %-KI] 1,99 [0,70; 5,64], I² = 0 %). EINSCHRÄNKUNGEN: Die Anzahl der eingeschlossenen Studien war begrenzt (fünf randomisierte, kontrollierte Studien). FAZIT: Laut dieser Übersichtsarbeit war Lisdexamfetamin (LDX) in der Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen wirksam und gut verträglich. Die Akzeptanz von LDX war jedoch nicht besser als die von Placebo. Aufgrund der begrenzten Anzahl eingeschlossener Studien sollten die Ergebnisse dieser Übersichtsarbeit mit Vorsicht interpretiert und als vorläufig betrachtet werden. Weitere Studien sind daher erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen. BEDEUTUNG DER WICHTIGSTEN ERGEBNISSE: Lisdexamfetamin ist ein wirksames Stimulans zur Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Medikamente, Therapie

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Lisdexamfetamin, Amphetamin, Stimulanzien, Hyperaktivität, Metaanalyse

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