Neuropsychologische und neurobehaviorale Folgen nach einem arteriellen ischämischen Schlaganfall im Kindesalter: Aufmerksamkeitsdefizite, emotionale Dysregulation und exekutive Dysfunktion
Fiadhnait O'Keeffe, Frederique Liegeois, Megan Eve, Vijeya Ganesan, John King, Tara Murphy (2014)
Child neuropsychology : a journal on normal and abnormal development in childhood and adolescence 20(5), 557-582
Zusammenfassung
ZIELE: Untersuchung der neuropsychologischen und neurokognitiven Folgen eines arteriellen ischämischen Schlaganfalls (AIS) bei Kindern. HINTERGRUND: Ein Schlaganfall im Kindesalter kann Auswirkungen auf die motorische, kognitive und Verhaltensentwicklung haben. Wir präsentieren eine Querschnittsstudie zu den neuropsychologischen und neurokognitiven Folgen mindestens ein Jahr nach dem Schlaganfall in einer einzigartig homogenen Stichprobe von Kindern mit AIS. METHODE: 49 Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren mit AIS wurden in einer Spezialklinik rekrutiert. Es wurden neuropsychologische Tests zur Intelligenz, zum Leseverständnis, zur Aufmerksamkeit und zu exekutiven Funktionen durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte trianguliert durch Fragebögen, die von den Kindern, ihren Eltern und Lehrkräften ausgefüllt wurden und die Beurteilung von Verhalten, exekutiven Funktionen und Emotionen umfassten. WICHTIGSTE ERGEBNISSE: Unabhängig von der betroffenen Hirnhälfte zeigten sich fokale neuropsychologische Schwächen in der Aufmerksamkeit (Reaktionshemmung und duale Aufmerksamkeit) und den exekutiven Funktionen, die über die allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit hinausgingen. Auch Schwierigkeiten in der Emotions- und Verhaltensregulation wurden festgestellt. Im Einklang mit der Hypothese der „frühen Plastizität“ korrelierte ein jüngeres Alter bei Schlaganfall mit besseren Leistungen in Tests exekutiver Funktionen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Ein signifikanter Anteil von Kindern nach einem Schlaganfall hat ein langfristiges Risiko für Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation, exekutiven Funktionen und Aufmerksamkeit. Die Daten deuten zudem darauf hin, dass exekutive Funktionen in weitverzweigten Netzwerken des sich entwickelnden Gehirns repräsentiert und anfällig für einseitige Schädigungen sind.
Kategorien: ADHS bei Kindern
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Exekutive Funktionen, Hyperaktivität, Geschlecht, Emotionen, Schule, Neuropsychologie
