Geschlechtsbezogene Faktoren in der Stimulanzienbehandlung der ADHS: Wissenslücken und künftige Forschungsrichtungen

Iris L. Rapoport, Annabeth P. Groenman (2025)

Journal of Attention Disorders 29(8), 602-616

Zusammenfassung

Ziel: Stimulanzien sind die wichtigste pharmakologische Behandlung der ADHS, doch das Wissen darüber, wie biologisches und soziales Geschlecht die Behandlungsergebnisse beeinflussen, ist begrenzt. Die klinischen Leitlinien unterscheiden nicht zwischen Frauen und Männern, obwohl Unterschiede in Wirksamkeit, unerwünschten Wirkungen und Pharmakokinetik möglich sind. Der theoretische Rahmen benennt fünf zentrale Wissenslücken. Methode: Betrachtet werden die Behandlungsverläufe von Mädchen und Frauen mit ADHS von Diagnose und Verordnung über die alltägliche Anwendung bis zu den Ergebnissen. Untersucht wird der Einfluss reproduktiver Lebensübergänge und hormoneller Schwankungen sowie deren Zusammenspiel mit Geschlechtersozialisation und geschlechtsbezogenen Erwartungen auf Wirksamkeit, Stigmatisierung und Adhärenz. Ergebnisse: Durch Synthese der Literatur, überprüfbare Vorhersagen und Vorschläge für künftige Forschung wird der dringende Bedarf an Studien deutlich, die diese Faktoren systematisch untersuchen. Schlussfolgerung: Werden diese Lücken geschlossen, könnten sich die Behandlungsergebnisse für Mädchen und Frauen mit ADHS deutlich verbessern, besonders in Phasen biologischer und geschlechtsbezogener Rollenübergänge.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Medikamente

Schlagwörter: Pharmakotherapie, Methylphenidat, Geschlecht, Stigmatisierung, Wirksamkeit, Medikamente

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