Neurofeedback-Training in der Schule bei ADHS: Nachhaltige Verbesserungen aus einer randomisierten Kontrollstudie

Naomi Steiner, Elizabeth Frenette, Kirsten Rene, Robert Brennan, Ellen Perrin (2014)

PEDIATRICS 133(3), 483-492

Zusammenfassung

ZIEL: Bewertung der nachhaltigen Verbesserungen sechs Monate nach einer 40-wöchigen computergestützten Aufmerksamkeitsschulung in der Schule. Die Intervention wurde mit Neurofeedback oder kognitivem Training (KT) bei 7- bis 11-Jährigen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) durchgeführt. METHODEN: 104 Kinder wurden randomisiert einer Neurofeedback-, einer KT- oder einer Kontrollgruppe zugeteilt und sechs Monate nach der Intervention untersucht. Ein 3-Punkte-Wachstumsmodell erfasste die Veränderungen im Zeitverlauf anhand des Conners 3-Eltern-Assessment-Berichts (Conners 3-P), des Elternfragebogens zur Verhaltensbeurteilung exekutiver Funktionen (BRIEF) und einer systematischen, doppelblinden Klassenbeobachtung (Behavioral Observation of Students in Schools). Mittels Varianzanalyse wurden Änderungen der Stimulanzienmedikation durch die Eltern untersucht. ERGEBNISSE: Die Elternbeteiligung lag bei der Nachuntersuchung nach sechs Monaten bei 90 %. Sechs Monate nach der Intervention zeigten die Teilnehmer der Neurofeedback-Gruppe weiterhin signifikante Verbesserungen im Conners 3-P (Effektstärke [ES] Aufmerksamkeitsstörung = 0,34, Exekutive Funktionen = 0,25, Hyperaktivität/Impulsivität = 0,23) und in den BRIEF-Subskalen, einschließlich des Global Executive Composite (ES = 0,31). Diese Verbesserungen waren signifikant höher als die der Kinder in der CT- und der Kontrollgruppe. Die Kinder der CT-Gruppe zeigten eine verzögerte Verbesserung gegenüber den unmittelbaren Werten nach der Intervention lediglich in der Conners 3-P-Skala für Exekutive Funktionen (ES = 0,18) und in zwei BRIEF-Subskalen. Bei der Nachuntersuchung nach sechs Monaten behielten die Teilnehmer der Neurofeedback-Gruppe die gleiche Dosis an Stimulanzienmedikamenten bei, während die Teilnehmer der CT- und der Kontrollgruppe statistisch und klinisch signifikante Erhöhungen zeigten (9 mg [p = 0,002] bzw. 13 mg [p < 0,001]). SCHLUSSFOLGERUNG: Die Teilnehmer der Neurofeedback-Gruppe zeigten schnellere und stärkere Verbesserungen der ADHS-Symptome, die auch nach sechs Monaten noch nachweisbar waren, als die Teilnehmer der Kontrollgruppe oder der CT-Gruppe. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Neurofeedback eine vielversprechende Behandlungsmethode zur Aufmerksamkeitsförderung bei Kindern mit ADHS darstellt.

Kategorien: Kognitives Training, Medikamente, Therapie

Schlagwörter: ADHS, ADHS bei Kindern, Kinder, Diagnostik, Stimulanzien, Neurofeedback, Kognitives Training, Exekutive Funktionen, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität, Geschlecht, Schule

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