Die seltene DAT-kodierende Variante Val559 beeinträchtigt die Funktion von DA-Neuronen, verändert das Verhalten und verändert die In-vivo-Reaktionen auf Psychostimulanzien.

Marc Mergy, Raajaram Gowrishankar, Paul Gresch, Stephanie Gantz, John Williams, Gwynne Davis, C. Wheeler, Gregg Stanwood, Maureen Hahn, Randy Blakely (2014)

Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 111(44), E4779-88

Zusammenfassung

Trotz der entscheidenden Rolle des präsynaptischen Dopamintransporters (DAT, SLC6A3) bei der Dopamin-Clearance und der Wirkung von Psychostimulanzien sind die Hinweise darauf, dass eine DAT-Dysfunktion das Risiko für psychische Erkrankungen erhöht, indirekt. Kürzlich identifizierten wir eine seltene, nicht-synonyme Slc6a3-Variante, die die DAT-Substitution Ala559Val bei zwei männlichen Geschwistern mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hervorruft. Andere Studien identifizierten diese Variante auch bei Patienten mit bipolarer Störung (BPS) und Autismus-Spektrum-Störung (ASS). In früheren Studien mit transfizierten Zellen beobachteten wir, dass der DAT-Val559-Transporter zwar normale Gesamt- und Oberflächenproteinspiegel sowie eine normale Dopamin-Erkennung und -Aufnahme aufweist, jedoch einen anomalen Dopamin-Efflux (ADE) zeigt und nicht in der Lage ist, Amphetamin (AMPH)-stimulierte Dopamin-Freisetzung auszulösen. Um die Bedeutung dieser Befunde in vivo zu untersuchen, erzeugten wir DAT-Val559-Knock-in-Mäuse. In diesem Modell zeigen wir erhöhte extrazelluläre Dopaminspiegel, eine veränderte Funktion des somatodendritischen und präsynaptischen D2-Dopaminrezeptors (D2R), eine verminderte Fähigkeit der Dopamin-Terminals, die Depolarisation und die durch Amphetamine ausgelöste Dopaminfreisetzung zu unterstützen, sowie Störungen des basalen und durch Psychostimulanzien induzierten Bewegungsverhaltens. Zusammenfassend belegen unsere Studien einen funktionellen Einfluss der DAT-Val559-Variante in vivo und stützen die Annahme, dass eine DAT-Dysfunktion das Risiko für psychische Erkrankungen beeinflussen kann.

Kategorien: Autismus-Spektrum-Störungen, Diagnostik, Medikamente

Schlagwörter: ADHS, Diagnostik, Amphetamin, Stimulanzien, Hyperaktivität, Autismus-Spektrum-Störung, Geschlecht

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