Kognitive und neuronale Korrelate des 5-Repeat-Allels des Dopamin-D4-Rezeptorgens in einer Population, der das 7-Repeat-Allel fehlt

Hikaru Takeuchi, Hiroaki Tomita, Yasuyuki Taki, Yoshie Kikuchi, Chiaki Ono, Zhiqian Yu, Atsushi Sekiguchi, Rui Nouchi, Yuka Kotozaki, Seishu Nakagawa, Carlos Miyauchi, Kunio Iizuka, Ryoichi Yokoyama, Takamitsu Shinada, Yuki Yamamoto, Sugiko Hanawa, Tsuyoshi Araki, Hiroshi Hashizume, Keiko Kunitoki, Yuko Sassa, Ryuta Kawashima (2015)

NeuroImage 110C, 124-135

Zusammenfassung

Das 5-Repeat-Allel eines häufigen Längenpolymorphismus im Gen des Dopamin-D4-Rezeptors (DRD4) ist stark mit dem Risiko für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) assoziiert und kommt in asiatischen Populationen, die eine geringere ADHS-Prävalenz aufweisen, vermehrt vor. In dieser Studie untersuchten wir die Auswirkungen dieses Allels auf die mikrostrukturellen Eigenschaften des Gehirns und seine funktionelle Aktivität bei extern gerichteten, aufmerksamkeitsfordernden Aufgaben sowie auf kreative Leistungen bei 765 asiatischen Probanden. Hierzu verwendeten wir Diffusions-Tensor-Bildgebung, N-Back-fMRT-Paradigmen und einen Test zur Messung von Kreativität mittels divergentem Denken. Das 5-Repeat-Allel war signifikant mit einer gesteigerten Originalität der kreativen Leistung, einer erhöhten mittleren Diffusivität (ein Maß dafür, wie stark das Gewebe Wassermoleküle anstelle von neuronalen und vaskulären Komponenten enthält) in ausgedehnten Bereichen der grauen und weißen Substanz, insbesondere in solchen mit DRD4-Expression, sowie einer reduzierten aufgabeninduzierten Deaktivierung in den Bereichen assoziiert, die während der Aufgabenbearbeitung sowohl bei der aufmerksamkeitsintensiven Arbeitsgedächtnisaufgabe als auch bei der einfachen sensomotorischen Aufgabe deaktiviert werden. Die beobachteten neuronalen Merkmale von Trägern des 5-Repeat-Allels könnten zu einem erhöhten Risiko für ADHS und Verhaltensdefizite führen. Darüber hinaus könnte die bei Trägern des 5-Repeat-Allels beobachtete gesteigerte Originalität des kreativen Denkens die Annahme stützen, dass das weit verbreitete Risikoallel für psychiatrische Erkrankungen auch adaptive Eigenschaften besitzt.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen

Schlagwörter: ADHS, Erwachsene, Arbeitsgedächtnis, Hyperaktivität, Genetik, MRT, Prävalenz, Geschlecht, Neuropsychologie

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