Rauchen der Eltern während der Schwangerschaft und ADHS bei Kindern: die dänische nationale Geburtskohorte
Jin Zhu, Jorn Olsen, Zeyan Liew, Jiong Li, Janni Niclasen, Carsten Obel (2014)
PEDIATRICS 134(2), e382-8
Zusammenfassung
HINTERGRUND: Mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft wurde mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern in Verbindung gebracht, der kausale Zusammenhang wird jedoch noch untersucht. Wir untersuchten den Zusammenhang zwischen mütterlichem Rauchen und Nikotinersatztherapie während der Schwangerschaft und nutzten den Zusammenhang mit dem Rauchen des Vaters als Indikator für mögliche genetische oder soziale Störfaktoren. METHODEN: Wir schlossen 84.803 Einlinge ein, die an der Dänischen Nationalen Geburtskohorte teilnahmen. Informationen zum Rauchen der Eltern wurden von den Müttern während der Schwangerschaft angegeben. Kinder mit ADHS wurden anhand der Diagnose oder Medikation gemäß der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) aus dem Dänischen Zentralen Psychiatrischen Register, dem Dänischen Nationalen Patientenregister und dem Register für Arzneimittelstatistik identifiziert. Wir verwendeten außerdem den Hyperaktivitäts-/Aufmerksamkeitsdefizit-Score des von den Eltern ausgefüllten Fragebogens zu Stärken und Schwierigkeiten (SDQ), der in die 7-jährige Nachbeobachtung der Nationalen Geburtskohorte integriert war. ERGEBNISSE: Mütterliches und väterliches Rauchen während der Schwangerschaft war mit einem erhöhten ADHS-Risiko verbunden, definiert durch Krankenhausdiagnose, Medikamenteneinnahme und Hyperaktivitäts-/Aufmerksamkeitsdefizit-Score. Der Zusammenhang war jedoch bei mütterlichem Rauchen stärker ausgeprägt als bei väterlichem. Im Vergleich zu Kindern von Nichtraucherinnen und rauchenden Vätern hatten Kinder von rauchenden Müttern und Nichtrauchern ein höheres ADHS-Risiko (adjustierte Hazard Ratio = 1,26; 95%-Konfidenzintervall: 1,03–1,53). Auch bei Kindern von Müttern, die während der Schwangerschaft Nikotinersatzpräparate verwendeten, zeigte sich ein erhöhtes ADHS-Risiko. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen mütterlichem Rauchen in der Schwangerschaft und ADHS einen kausalen Zusammenhang möglicherweise überschätzt. Nikotinexposition oder damit verbundene Faktoren könnten jedoch dennoch eine ursächliche Rolle spielen.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Medikamente, Sucht
Schlagwörter: ADHS, ADHS bei Kindern, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Diagnostik, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Genetik, Geschlecht, Schule
