Neurokognitives Profil von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Ein Vergleich zwischen Subtypen
Nastaran Ahmadi, Mohammad Mohammadi, Seyed Araghi, Hadi Zarafshan (2014)
Iranian journal of psychiatry 9(4), 197-202
Zusammenfassung
ZIELSETZUNG: Ziel dieser Studie war es, die Unterschiede zwischen ADHS-Subtypen in Aufgaben zur Exekutivfunktion im Vergleich zu ihren jeweiligen Gruppen und einer Kontrollgruppe zu untersuchen. METHODE: In dieser Studie wurden 45 Schulkinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und 30 alters- und idiopathisch vergleichbare Kinder (gemessen mit dem Wechsler Intelligence Scale for Children-Revised – WISC-R) hinsichtlich ihrer Exekutivfunktion verglichen. Zur Beurteilung der Exekutivfunktion in beiden Gruppen wurde der Wisconsin Sorting Card Test eingesetzt. Zusätzlich wurden die Ergebnisse des Children Symptom Inventory-4 (CSI-4) zur Diagnose von ADHS und zur Spezifizierung der ADHS-Subtypen herangezogen. Die Daten wurden in SPSS-17 eingegeben und mittels t-Test und ANOVA analysiert, um die Unterschiede zwischen ADHS-Patienten und der Kontrollgruppe sowie zwischen den ADHS-Subtypen zu ermitteln. Der Scheffé-Test wurde ebenfalls angewendet, um signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen festzustellen. Mittelwert und Standardabweichung (SD) wurden für die deskriptive Analyse verwendet. ERGEBNISSE: Die ADHS-Subtypen unterscheiden sich signifikant hinsichtlich perseverativer Reaktionen (p ≤ 0,01) und perseverativer Fehler (p ≤ 0,001). Laut Scheffé-Test unterscheidet sich die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung vom hyperaktiven Typ (ADHS-H) nicht wesentlich von der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung vom unaufmerksamen Typ (ADHS-I) und der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung vom kombinierten Typ (ADHS-C). Zwischen ADHS-I und ADHS-C bestehen jedoch signifikante Unterschiede hinsichtlich perseverativer Reaktionen und Fehler. ADHS-C zeigt mehr perseverative Reaktionen und Fehler als ADHS-I. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass sich die Muster exekutiver Funktionen bei Kindern mit ADHS von denen gesunder Kinder unterscheiden. Zudem wurde festgestellt, dass sich die ADHS-Subtypen auch in den Bereichen Perseveration und Reaktionshemmung unterscheiden. Bei ADHS-C treten in diesen Bereichen mehr Defizite auf.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik
Schlagwörter: ADHS, ADHS bei Kindern, Kinder, Diagnostik, Exekutive Funktionen, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Schule
