Prävalenz der ADHS: Systematische Übersicht und Metaanalyse

Sara Popit, Klara Serod, Igor Locatelli, Matej Stuhec (2024)

European Psychiatry 67(1), e68

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Prävalenzschätzungen zur ADHS schwanken zwischen Studien erheblich. Frühere Übersichten führten dies vor allem auf methodische Merkmale zurück, etwa Diagnosekriterien, Informationsquelle und die Forderung einer Funktionsbeeinträchtigung für die Diagnose. Methode: Berücksichtigt wurden Studien, die die ADHS-Prävalenz in repräsentativen Stichproben von Kindern und Erwachsenen in Europa und weltweit berichten und in der Allgemeinbevölkerung durchgeführt wurden. Der Fokus lag auf Prävalenzangaben auf Basis klinischer Diagnosen nach DSM- oder ICD-Kriterien beziehungsweise entsprechender Skalen und Interviews. Die Suche in PubMed/Medline reichte bis zum 1. Februar 2024, die Registrierung erfolgte in PROSPERO (CRD42020200220), das Vorgehen folgte PRISMA 2020. Ergebnisse: 117 Studien wurden vollständig bewertet, 103 Studien mit 159 unabhängigen Datenpunkten gingen in die Metaanalyse ein. Die Gesamtprävalenz betrug in Registerstudien 1,6 % (95 %-KI 0,9–3,0), in Befragungsstudien 5,0 % (2,9–8,6), in einstufigen klinischen Studien 4,2 % (2,9–6,0) und in zweistufigen klinischen Studien 4,8 % (4,0–5,8). Schlussfolgerung: Diagnosekriterien und Art der Stichprobenziehung wirken sich stark auf die Prävalenzschätzung aus und müssen beim Vergleich methodisch unterschiedlicher Studien berücksichtigt werden.

Kategorien: ADHS Allgemein, Diagnostik

Schlagwörter: Prävalenz, Epidemiologie, Metaanalyse, ADHS, Diagnostik, Klassifikation

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