Zusammenhänge zwischen kindlicher Schlaflosigkeit, Schlafbewegungen und deren Persistenz mit psychischen Gesundheitssymptomen im Kindes- und Jugendalter
Jeffrey Armstrong, Paula Ruttle, Marjorie Klein, Marilyn Essex, Ruth Benca (2014)
Sleep 37(5), 901-909
Zusammenfassung
STUDIENZIELE: Untersuchung der Muster von Schlaflosigkeit und schlafbezogenen Bewegungen im Alter von 4,5 bis 9 Jahren, deren gleichzeitiger Zusammenhang mit psychischen Symptomen in der Kindheit sowie der langfristigen Zusammenhänge zwischen dem Fortbestehen von Schlafproblemen und psychischen Symptomen im Alter von 9 und 18 Jahren. STUDIENDESIGN: Prospektive Follow-up-Studie über 14 Jahre. Die Erhebungen umfassten die Angaben der Mütter im Fragebogen zu den Schlafgewohnheiten von Kindern im Alter von 4,5 und 9 Jahren sowie die Erfassung psychischer Symptome der Kinder durch Angaben der Mütter im Alter von 4,5 Jahren, durch Angaben mehrerer Informanten (Kind, Lehrkraft, Mutter) im Alter von 9 Jahren und durch Angaben der Jugendlichen im Alter von 18 Jahren. STUDIENORT: Gemeinde. TEILNEHMER: Insgesamt 396 Kinder (51 % weiblich). INTERVENTIONEN: Nicht zutreffend. ERGEBNISSE: Schlafprobleme traten im Alter von 4,5 Jahren häufiger auf als im Alter von 9 Jahren; die Persistenzraten von Schlaflosigkeit und abnormalen Schlafbewegungen lagen jeweils bei 9–10 %. Im Alter von 4,5 Jahren war Schlaflosigkeit mit feindselig-aggressivem und hyperaktiv-ablenkbarem Verhalten assoziiert, jedoch zeigten sich keine signifikanten Zusammenhänge mit Schlafbewegungen. Im Alter von 9 Jahren waren sowohl Schlaflosigkeit als auch Schlafbewegungen mit Symptomen von Depression, externalisierenden Störungen und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) assoziiert. Persistenz der Schlaflosigkeit war im Alter von 9 Jahren mit Symptomen von Depression, externalisierenden Störungen und ADHS sowie im Alter von 18 Jahren mit Angstzuständen und externalisierenden Störungen assoziiert; Persistenz der Schlafbewegungen war im Alter von 9 Jahren mit externalisierenden Störungen und ADHS sowie im Alter von 18 Jahren mit ADHS assoziiert. Die Persistenzeffekte im Alter von 18 Jahren für Schlaflosigkeit und Angstzustände sowie für Schlafbewegungen und ADHS waren auch nach Berücksichtigung der früheren psychischen Gesundheit signifikant. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Schlaflosigkeit und Schlafbewegungen sind im Kindesalter häufig und mit Symptomen psychischer Erkrankungen assoziiert. Ihre Persistenz vom mittleren bis zum späten Kindesalter sagt Zusammenhänge mit spezifischen Arten von Symptomen psychischer Erkrankungen im Alter von 18 Jahren voraus.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik, Störung des Sozialverhaltens
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Diagnostik, Hyperaktivität, Depression, Angst, Schlaf, Geschlecht, Aggression, Schule
