Nichtallergische Begleiterkrankungen des atopischen Ekzems: ein Überblick über systematische Reviews

S. Deckert, C. Kopkow, J. Schmitt (2014)

Allergy 69(1), 37-45

Zusammenfassung

Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die aktuelle Evidenz aus veröffentlichten systematischen Reviews (SRs) zu nicht-allergischen Komorbiditäten des atopischen Ekzems (AE) zusammenzufassen. In den Datenbanken EMBASE und MEDLINE wurde nach SRs gesucht, die von Beginn an bis November 2012 veröffentlicht wurden. Die Auswahl der SRs erfolgte unabhängig voneinander anhand vordefinierter Einschlusskriterien. Die methodische Qualität der eingeschlossenen SRs wurde von zwei unabhängigen Gutachtern mithilfe der R-AMSTAR-Checkliste (Revised Assessment of Multiple Systematic Reviews) bewertet. Neun SRs erfüllten alle Einschlusskriterien. Sechs Reviews, die den Zusammenhang zwischen AE und Krebs untersuchten, deuten auf ein verringertes Risiko für Gliome, Meningeome und akute lymphatische Leukämie bei Patienten mit aktuellem oder vorangegangenem AE hin. Ein SR berichtete über einen konsistenten positiven Zusammenhang zwischen AE und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Diabetes mellitus Typ 1 und Multiple Sklerose (MS) zeigten in Reviews, die auf Querschnitts- und Fall-Kontroll-Studien basierten, keinen signifikanten Zusammenhang mit AE. Patienten mit AE scheinen ein verringertes Risiko für Hirntumoren zu haben. Der Zusammenhang zwischen AE und Th1- sowie Th17-vermittelten (auto-)inflammatorischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1 und MS sollte in prospektiven Beobachtungsstudien geklärt werden. Kinder mit AE haben ein erhöhtes Risiko für ADHS. Systematische Übersichtsarbeiten zum Risiko für Depressionen und Th17-vermittelte Erkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei Patienten mit AE fehlen.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Affektive Störungen, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Diagnostik, Komorbidität, Hyperaktivität, Depression, Metaanalyse

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