Emotionsdysregulation bei Kindern und Jugendlichen mit externalisierenden Störungen: Eine systematische Übersicht mit Metaanalyse
Urdur Njardvik, Gro Janne Wergeland, Krister W. Fjermestad, Juliette M. Liber, Caitlin M. Prentice, Eili N. Riise, Anne Mari Syversen, Lars-Göran Öst (2026)
European Child & Adolescent Psychiatry
Zusammenfassung
Externalisierende Störungen – ADHS, Störung mit oppositionellem Trotzverhalten (ODD) und Störung des Sozialverhaltens (CD) – sind bei Kindern und Jugendlichen in psychiatrischer Behandlung häufig. Zahlreiche Studien verbinden Emotionsdysregulation mit Schwere und Symptomatik dieser Störungen, die Stärke des Zusammenhangs war jedoch unklar. Ziel war es, die Korrelation zwischen Emotionsdysregulation, verstanden als Defizite der Emotionsregulation und emotionale Labilität, und den Symptomen externalisierender Störungen zu bestimmen. Systematisch durchsucht wurden Embase OVID, Ovid MEDLINE und PsycINFO bis Juni 2025. Eingeschlossen wurden 75 Studien mit 11.913 Teilnehmenden, davon 63 zu ADHS, neun zu ODD, zwei zu ODD/CD und eine zu ADHS/ODD/CD. Es zeigte sich eine moderate Korrelation zwischen Emotionsdysregulation und den Symptomen externalisierender Störungen (r = 0,35), wobei emotionale Labilität stärker korrelierte (r = 0,47) als Emotionsregulation (r = 0,24). Signifikante Moderatoreffekte für Alter, Geschlecht, Kontinent, Informationsquelle, ADHS-Subtyp, Komorbidität oder Medikationsstatus fanden sich nicht. Emotionsdysregulation, besonders emotionale Labilität, steht demnach in bedeutsamem Zusammenhang mit externalisierender Symptomatik (PROSPERO CRD420251061853).
Kategorien: ADHS bei Kindern, Störung des Sozialverhaltens
Schlagwörter: Emotionsregulation, Kinder und Jugendliche, Störung des Sozialverhaltens, Metaanalyse, Komorbidität
