Beeinträchtigte Emotionsregulation über psychiatrische Störungen hinweg: Eine systematische Übersicht mit Metaanalyse

Matthew E. Sloan, Jordan Stellern, Ke Bin Xiao, Alisa Germeyer, Kevin Gill, Viyaleta Laputsina, Benoit H. Mulsant, Anthony Ngoy, Martin Nguyen, Victor M. Tang, Marcos Sanches, Joshua L. Gowin (2026)

Translational Psychiatry 16(1), 386

Zusammenfassung

Psychische Erkrankungen gehören zu den größten Beiträgen zur globalen Krankheitslast. Eine beeinträchtigte Emotionsregulation gilt als mögliches transdiagnostisches Merkmal, war aber nicht über alle Störungsklassen hinweg belegt. Eingeschlossen wurden Studien, die Gesunde mit Personen mit einer psychiatrischen Diagnose vergleichen; die Emotionsregulation wurde über die Difficulties in Emotion Regulation Scale (DERS), den Emotion Regulation Questionnaire (ERQ) und zwei weitere Skalen erfasst. Unterschiede wurden pro Störung und Skala als Hedges' g geschätzt. 188 Studien mit 563 Fall-Kontroll-Vergleichen über 15 Diagnosen (11.201 Fälle, 9.609 Kontrollen) gingen ein. In der DERS waren die Unterschiede für alle zwölf untersuchten Störungen groß und signifikant, mit Effektstärken von 0,94 (95 %-KI 0,67–1,21) bei bipolarer Störung bis 2,55 (95 %-KI 2,28–2,83) bei Borderline-Persönlichkeitsstörung; letztere lag signifikant über den meisten anderen Störungen. Im ERQ war die Nutzung kognitiver Neubewertung, einer adaptiven Strategie, bei allen Störungen außer der Panikstörung reduziert, die Nutzung expressiver Unterdrückung bei allen außer ADHS und Zwangsstörung erhöht. Insgesamt zeigte sich über Diagnosen und Messinstrumente hinweg eine verminderte Fähigkeit zur Emotionsregulation, weshalb Interventionen zu deren Verbesserung für Prävention und Behandlung vieler psychischer Erkrankungen nützlich sein könnten.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Komorbiditäten

Schlagwörter: Emotionsregulation, Komorbidität, Metaanalyse, Erwachsene, Persönlichkeitsstörungen, Affektive Störungen

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