Korrelate des nichtmedizinischen Gebrauchs von Stimulanzien und des Methamphetaminkonsums in einer nationalen Stichprobe
Lian-Yu Chen, Eric Strain, Pierre Alexandre, G. Alexander, Ramin Mojtabai, Silvia Martins (2014)
Addictive Behaviors 39(5), 829-836
Zusammenfassung
HINTERGRUND: Trotz chemischer Ähnlichkeiten weisen ADHS-Stimulanzien und Methamphetamin unterschiedliche Konsummuster auf. Diese Studie verglich die Merkmale von nichtmedizinischen ADHS-Stimulanzien- und Methamphetamin-Konsumenten in einer Haushaltsstichprobe. METHODEN: Anhand von Daten der Nationalen Umfrage zum Drogenkonsum und zur Gesundheit (2009–2011) wurden erwachsene und jugendliche Stimulanzienkonsumenten in drei sich gegenseitig ausschließende Untergruppen eingeteilt: ausschließlich nichtmedizinische ADHS-Stimulanzienkonsumenten (STM-Konsumenten), Methamphetamin-Konsumenten (METH-Konsumenten) und sowohl nichtmedizinische ADHS-Stimulanzien- als auch Methamphetamin-Konsumenten (STM/METH-Konsumenten). Multivariate logistische Regressionsanalysen identifizierten die mit diesen drei Gruppen assoziierten Komorbiditäten, psychischen Gesundheitszustände und abweichenden Verhaltensweisen. ERGEBNISSE: Im Vergleich zu jugendlichen STM-Konsumenten waren STM/METH-Konsumenten häufiger weiblich, jünger und nicht krankenversichert, während METH-Konsumenten häufiger jünger waren, einer Minderheit angehörten und aus Familien mit höherem Einkommen stammten. Im Vergleich zu erwachsenen Konsumenten von Kurzzeitstimulanzien (STM) waren Methamphetamin- (METH) und STM/METH-Konsumenten häufiger männlich, älter, nicht krankenversichert, nicht mehr verheiratet und stammten häufiger aus ländlichen Gebieten. Jugendliche Methamphetamin-Konsumenten berichteten häufiger als STM-Konsumenten über den Konsum illegaler Drogen, während erwachsene Methamphetamin-Konsumenten seltener über die Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente berichteten als ihre STM-Konsumenten-Pendants. Insgesamt berichteten erwachsene und jugendliche STM/METH-Konsumenten häufiger über Substanzkonsum, psychische Probleme und abweichendes Verhalten als STM-Konsumenten. FAZIT: Die Merkmale von STM-Konsumenten unterscheiden sich von denen von Methamphetamin- und STM/METH-Konsumenten, und ihre Zusammenhänge mit Substanzkonsum und psychiatrischen Komorbiditäten variieren je nach Alter. Die Ergebnisse tragen zum Verständnis der Risiken des Stimulanzienkonsums in verschiedenen Altersgruppen bei.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Medikamente, Sucht
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Komorbidität, Amphetamin, Stimulanzien, Hyperaktivität, Sucht, Geschlecht
