Katecholaminerge Genvarianten: Beitrag zu ADHS und damit verbundenen komorbiden Merkmalen bei den ostindischen Probanden
Paramita Ghosh, Kanyakumarika Sarkar, Nipa Bhaduri, Anirban Ray, Keka Sarkar, Swagata Sinha, Kanchan Mukhopadhyay (2013)
BioMed research international 2013, 918410
Zusammenfassung
Der Beitrag von Genen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurde in verschiedenen Populationen untersucht, und es wurde vermutet, dass mehrere Gene geringe, aber additive Effekte beitragen. Wir haben Varianten in vier Genen – DDC (rs3837091 und rs3735273), DRD2 (rs1800496, rs1801028 und rs1799732), DRD4 (rs4646984 und rs4646983) und COMT (rs165599 und rs740603) – bei indischen ADHS-Patienten mit Komorbiditäten untersucht. Die Rekrutierung der Patienten erfolgte gemäß dem DSM-IV-TR nach Einholung einer schriftlichen Einverständniserklärung. DNA, isoliert aus peripheren Blutleukozyten von ADHS-Patienten (N = 170), deren Eltern (N = 310) und ethnisch passenden Kontrollpersonen (n = 180), wurde für die Genotypisierung verwendet. Anschließend erfolgten populations- und familienbasierte Analysen mit dem UNPHASED-Programm. DRD4-Loci zeigten in der Fall-Kontroll-Analyse signifikante Unterschiede in den Allelfrequenzen, während DDC und COMT eine familiäre Häufung aufwiesen (P < 0,05). Die SNPs rs3837091 „AGAG“, rs3735273 „A“, rs1799732 „C“, rs740603 „G“, rs165599 „G“ sowie die Einzelwiederholungsallele von rs4646984/rs4646983 korrelierten positiv mit komorbiden Merkmalen (P < 0,05). Die multidimensionale Reduktionsanalyse der Fall-Kontroll-Daten ergab signifikante Interaktionseffekte aller vier Gene (P < 0,001), während familienbasierte Daten eine Interaktion zwischen DDC und DRD2 zeigten (P = 0,04). Diese erste Studie zu diesen Genvarianten bei indokaukasischen ADHS-Probanden und assoziierten Komorbiditäten deutet auf eine veränderte dopaminerge Neurotransmission bei ADHS hin.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, ADHS bei Kindern, Diagnostik
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Diagnostik, Komorbidität, Hyperaktivität, Genetik, Geschlecht, Schule
