Genetische Variationen, die mit den euphorisierenden Wirkungen von D-Amphetamin in Zusammenhang stehen, sind mit einem verringerten Risiko für Schizophrenie und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung verbunden.

Amy Hart, Eric Gamazon, Barbara Engelhardt, Pamela Sklar, Anna Kahler, Christina Hultman, Patrick Sullivan, Benjamin Neale, Stephen Faraone, Harriet Wit, Nancy Cox, Abraham Palmer (2014)

Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 111(16), 5968-5973

Zusammenfassung

Wir haben unsere Ergebnisse einer genomweiten Assoziationsstudie zur euphorisierenden Wirkung von d-Amphetamin bei gesunden Probanden erweitert, indem wir eine Anreicherung von SNPs identifizierten, die mit der Reaktion auf d-Amphetamin und solchen, die mit psychiatrischen Erkrankungen assoziiert sind. Wir fanden heraus, dass SNPs, die nominell mit Schizophrenie und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) assoziiert waren (p ≤ 0,05 bzw. p ≤ 0,01), auch nominell mit der Reaktion auf d-Amphetamin assoziiert waren. Darüber hinaus stellten wir fest, dass diese Anreicherung auf einem Überschuss an Allelen beruht, die die Sensitivität gegenüber der euphorisierenden Wirkung von d-Amphetamin erhöhen und die Anfälligkeit für Schizophrenie und ADHS verringern. Im Gegensatz dazu zeigten drei negative Kontrollphänotypen (Körpergröße, chronisch-entzündliche Darmerkrankung und Morbus Parkinson) diese Anreicherung nicht. Zusammenfassend legen unsere Ergebnisse nahe, dass Allele, die mittels akuter dopaminerger Provokation bei gesunden Probanden identifiziert wurden, zur Identifizierung von Allelen genutzt werden können, die ein Risiko für psychiatrische Erkrankungen darstellen, welche üblicherweise mit dopaminergen Agonisten und Antagonisten behandelt werden. Wichtiger noch: Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Anreicherungsansatz eine Alternative zu strengen Kriterien für genomweite Signifikanz darstellt und legen einen relativ neuen Ansatz für die Analyse kleiner Kohorten mit intermediären Phänotypen nahe.

Kategorien: Affektive Störungen, Medikamente

Schlagwörter: ADHS, Amphetamin, Stimulanzien, Hyperaktivität, Genetik

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