Der Zusammenhang zwischen ADHS und Depression: Vermittlung durch Probleme mit Gleichaltrigen und Schwierigkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung in zwei komplementären Stichproben
Kathryn Humphreys, Shaina Katz, Steve Lee, Constance Hammen, Patricia Brennan, Jake Najman (2013)
Journal of abnormal psychology 122(3), 854-867
Zusammenfassung
Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben ein erhöhtes Risiko, eine Depression zu entwickeln. Es gibt Hinweise darauf, dass Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen und in der Schule die Vorhersage einer späteren Depression im Zusammenhang mit ADHS beeinflussen. In der vorliegenden Studie wurde die Hypothese aufgestellt, dass Schwierigkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung ein weiterer potenzieller Mediator dieses Zusammenhangs sein könnten. Schulische Leistungen, Probleme mit Gleichaltrigen und die Eltern-Kind-Beziehung wurden als Mediatoren des Zusammenhangs zwischen Aufmerksamkeitsstörungen und Depression in zwei deutlich unterschiedlichen, aber sich ergänzenden Stichproben untersucht. Studie 1 war eine Querschnittstudie mit 230 Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren mit und ohne ADHS. Studie 2 war eine prospektive Längsschnittstudie mit 472 Jugendlichen, die von der Geburt bis zum 20. Lebensjahr prospektiv begleitet wurden und ein Risiko für Depressionen aufwiesen. Trotz Unterschieden in Alter, Messinstrumenten und Studiendesign zeigten beide Studien, dass Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen und in der Eltern-Kind-Beziehung jeweils eigenständige Mediatoren depressiver Symptome sind, während schulische Schwierigkeiten den Zusammenhang zwischen ADHS und Depression nicht eigenständig vermittelten. Darüber hinaus sagten Aufmerksamkeitsstörungen, nicht aber Hyperaktivität, depressive Symptome über die Beeinträchtigung der zwischenmenschlichen Funktionsfähigkeit vorher. Die Einbeziehung der oppositionellen Trotzstörung in die Modelle beeinflusste die Ergebnisse und untermauerte ihre eigenständige Rolle bei Eltern-Kind-Problemen. Daraus ergeben sich unter anderem Implikationen für Interventionen, die auf die Förderung interpersoneller Kompetenzen abzielen und das Depressionsrisiko bei Kindern mit ADHS wirksam senken können.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Affektive Störungen, Störung des Sozialverhaltens
Schlagwörter: ADHS, ADHS bei Kindern, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Depression, Störung des Sozialverhaltens, Geschlecht, Schule
