Blei-, Quecksilber- und Cadmiumexposition und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung bei Kindern
Stephani Kim, Monica Arora, Cristina Fernandez, Julio Landero, Joseph Caruso, Aimin Chen (2013)
Environmental Research 126, 105-110
Zusammenfassung
HINTERGRUND: Es gibt nur wenige Studien, die den Zusammenhang zwischen Bleibelastung (Pb) und ärztlich diagnostizierter Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern untersuchen. Die Rolle von Quecksilber (Hg) und Cadmium (Cd) bei der Entwicklung von ADHS ist noch weniger klar. ZIELSETZUNG: Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen Pb, Hg und Cd und ADHS bei Kindern zu untersuchen, die innerhalb und außerhalb eines Untersuchungsgebiets für Bleibelastung (LIA) einer ehemaligen Bleiraffinerie in Omaha, Nebraska, leben. METHODEN: Wir führten eine Fall-Kontroll-Studie mit 71 aktuell ärztlich diagnostizierten ADHS-Fällen und 58 Kontrollpersonen aus einer psychiatrischen und einer pädiatrischen Klinik innerhalb und außerhalb des LIA durch. Die Teilnehmer wurden hinsichtlich Altersgruppe (5–8, 9–12 Jahre), Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit (Afroamerikaner, Weiße und andere) und Wohnort (innerhalb oder außerhalb des LIA) einander zugeordnet. Wir bestimmten die Konzentrationen von Pb, Gesamt-Hg und Cd im Vollblut mittels induktiv gekoppelter Plasma-Massenspektrometrie. ERGEBNISSE: Innerhalb des LIA betrug der geometrische Mittelwert (GM) der Blutbleikonzentration bei den 27 Fällen 1,89 µg/dl, bei den 41 Kontrollpersonen 1,51 µg/dl. Außerhalb des LIA lag der GM der Blutbleikonzentration bei den 44 Fällen bei 1,02 µg/dl, bei den 17 Kontrollpersonen hingegen bei 0,97 µg/dl. Nach Adjustierung für Matching-Variablen sowie mütterliches Rauchen, sozioökonomischen Status und Passivrauchen ergab sich für jede natürliche Logarithmus-Einheit der Blutbleikonzentration eine Odds Ratio von 2,52 (95%-Konfidenzintervall: 1,07–5,92). Die Stratifizierung nach LIA zeigte eine ähnliche Punktschätzung, jedoch breitere Konfidenzintervalle. Für Quecksilber (Hg) und Cadmium (Cd) wurden keine Assoziationen beobachtet. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Eine postnatale Bleiexposition könnte mit einem erhöhten Risiko für klinische ADHS assoziiert sein, nicht jedoch eine postnatale Exposition gegenüber Hg oder Cd.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik, Sucht
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Diagnostik, Hyperaktivität, Sucht, Geschlecht, Schule
