Psychische Gesundheitsprobleme bei Studierenden: Wer wird zur psychopharmakologischen Abklärung überwiesen?

Daniel Kirsch, Leonard Doerfler, Debbie Truong (2015)

Journal of American college health : J of ACH 63(1), 50-56

Zusammenfassung

ZIEL: Beschreibung der diagnostischen Merkmale und der Verordnung psychotroper Medikamente bei Studierenden, die von Hochschulberatungsstellen zur psychopharmakologischen Abklärung überwiesen wurden. TEILNEHMER: 540 Studierende, die zwischen November 2005 und Mai 2011 von sechs Hochschulberatungsstellen in Massachusetts überwiesen wurden. METHODEN: Die Studierenden füllten Fragebögen zu Depression, Angstzuständen, Suizidgedanken und -versuchen sowie Substanzkonsum aus. Informationen zur DSM-IV-Diagnose (Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen, 4. Auflage), zur Medikamentenanamnese und zu den aktuell vom konsultierten Psychiater verordneten psychotropen Medikamenten wurden aus den Krankenakten entnommen. ERGEBNISSE: Depressionen, Angstzustände und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) waren die häufigsten psychiatrischen Probleme der Studierenden. Die Hälfte dieser Studierenden hatte vor der Abklärung bereits Medikamente eingenommen. Antidepressiva waren das am häufigsten verschriebene Medikament. Ein großer Anteil der Studierenden berichtete von Suizidgedanken in der Vergangenheit, und 12 % hatten mindestens einen Suizidversuch unternommen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Depressionen, Angstzustände und ADHS sind häufige Probleme bei Studierenden, die von den Beratungsstellen der Hochschulen zur medikamentösen Beurteilung und Behandlung überwiesen werden.

Kategorien: Diagnostik, Medikamente, Sucht

Schlagwörter: ADHS, Jugendliche, Erwachsene, Diagnostik, Hyperaktivität, Depression, Angst, Sucht, Alkohol, Geschlecht

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