Psychopathologie, Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und Risikofaktoren bei jugendlichen Straftätern

Francesco Margari, Francesco Craig, Lucia Margari, Emilia Matera, Anna Lamanna, Paola Lecce, Donatella La Tegola, Felice Carabellese (2015)

Neuropsychiatric disease and treatment 11, 343-352

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz potenzieller umweltbedingter und psychopathologischer Risikofaktoren, insbesondere Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), in einer Stichprobe jugendlicher Straftäter in Bezug auf die Art der begangenen Straftat zu untersuchen. METHODEN: Die Untersuchung umfasste die Datenerhebung und die Anwendung klinisch standardisierter Skalen wie des Youth Self-Report und der Conners Adolescent Self-Report Scale. Insgesamt nahmen 135 jugendliche Straftäter an der Studie teil. Bezüglich der Art der begangenen Straftat wurden drei nach Alter und Geschlecht vergleichbare Gruppen identifiziert (Straftaten gegen Personen, Eigentumsdelikte und Alkohol- und Drogendelikte). ERGEBNISSE: 52 % der jugendlichen Straftäter berichteten über schulische Probleme und 34 % über eine familiäre Vorbelastung mit psychiatrischen Erkrankungen. Es wurde ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den drei Gruppen hinsichtlich ADHS (p = 0,01) und Verhaltensauffälligkeiten (p = 0,034) festgestellt. Jugendliche Straftäter, die Gewalttaten begangen hatten, wiesen häufiger ADHS-Symptome (18 %) und Verhaltensauffälligkeiten (20 %) auf als Jugendliche, die Eigentumsdelikte oder Alkohol- und Drogendelikte begangen hatten. 60 % der jugendlichen Straftäter, die Eigentumsdelikte begangen hatten, und 54 % derjenigen, die Alkohol- und Drogendelikte begangen hatten, zeigten schulische Probleme. FAZIT: Diese Ergebnisse legen die Notwendigkeit spezifischer Interventionen zur Prävention und Behandlung bestimmter krimineller Verhaltensweisen nahe.

Kategorien: Diagnostik, Störung des Sozialverhaltens, Sucht

Schlagwörter: ADHS, Jugendliche, Diagnostik, Hyperaktivität, Alkohol, Prävalenz

This publication in English

Nach oben scrollen